Komponierte Regie
Das von Richard Erkens in der Komponisten-Reihe der Verlage Metzler und Bärenreiter herausgegebene «Puccini-Handbuch» schafft endlich die Grundlage für eine vertiefte Beschäftigung mit dem jahrzehntelang nicht nur in Deutschland unterschätzten populären Musikdramatiker. Es macht Schluss mit der hochmütigen Verachtung durch die Gebildeten, aber auch mit der Vernachlässigung durch die akademische Musik- und Theaterwissenschaft.
Dem Herausgeber Richard Erkens und seinem kompetenten Mitarbeiter-Team ist es gelungen, nicht nur den inzwischen erreichten Stand der internationalen Forschung kompakt auf fast 500 engbedruckten Seiten zusammenzufassen, sondern auch darzustellen und zu erklären, warum Puccini mehr ist als ein «Genie der Sentimentalität» (Strawinsky) und wie seine Werke auf der Bühne funktionieren.
Die insgesamt 36 Kapitel spannen einen weiten Bogen, der vom politischen und ästhetischen Kontext der Zeit über die musikalischen und theatralen Prinzipien des Werks bis hin zu Fragen der Interpretation und Rezeption reicht. Herzstück ist, wie stets in den Bänden dieser Handbuch-Reihe, der Werkteil, der in perspektivenreichen Einzelartikeln neben den zwölf Opern auch das Frühwerk ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Theater Hagen gehört zu den am stärksten abwicklungsbedrohten Kulturinstitutionen in den alten Bundesländern. Das ist nichts Neues für das 1911 eröffnete Haus: Seit Jahrzehnten sieht es sich Fusionsversuchen und finanziellen Kürzungen ausgesetzt. Schon der bis 2017 amtierende Intendant Norbert Hilchenbach hatte angesichts der klammen Kassen der Kommune...
Mit breiter Brust steht er da, überblickt den Marktplatz: der Bronze-Händel. In Halle nennt man ihn den größten Sohn der Stadt. Und feiert ihn seit 1922 mit den Festspielen. Ministerpräsident Reiner Haseloff schwärmt stolz von diesem Sohn, dessen Ausstrahlung in die Welt, schwärmt von der Kulturstadt Halle. Während seiner Eröffnungsrede steht er auf der Bühne des...
Es war Gerard Mortier, der ihn für das Musiktheater gewann. Und das Stück, das der damals, 1982, gerade angetretene neue Intendant der Brüsseler Monnaie-Oper für Karl-Ernst Herrmann und seine Ehefrau Ursel ausgewählt hatte, war Mozarts «Clemenza di Tito». Jenes späte, sinnesprall tragische «Dramma serio», das in seinem psychologischen Tiefgang weit über die...
