Klotzen statt kleckern
Er ist wieder da. Das erste Mal nach dem Rausschmiss. Dunkelblauer Anzug, offenes Hemd, ein Rotweinglas in der Hand. Wechselt hier ein paar Worte, lächelt dort hinüber, genießt die Blicke, die sich in den Foyers des Volkstheaters auf ihn richten. Blicke der Bewunderung, der Erwartung, der Hoffnung. Kann Sewan Latchinian die von Rostocks Bürgerschaft auf Druck der Landesregierung beschlossenen Spartenschließungen doch noch verhindern? Gegen den Oberbürgermeister jedenfalls, der den aufmüpfigen Intendanten eigentlich loswerden wollte, hat er sich fürs Erste durchgesetzt.
Die Proteste gegen den Theaterkahlschlag im Nordosten, von Prominenten aus der ganzen Republik unterstützt (etwa mit einer Wagner-Gala), haben offenbar Wirkung gezeigt.
Man wird sich also zusammenraufen müssen. Und klotzen statt kleckern. Der Neubau, seit Jahrzehnten überfällig, muss endlich her. In sieben Jahren könnte er stehen – wenn fortan alle an einem Strang ziehen. Ja, wenn. Aber jetzt, wir schreiben den 16. Mai, streift Sewan Latchinian erst einmal ganz entspannt durch sein marodes altes Haus, eine halbe Stunde vor der «Maskenball»-Premiere. Die meisten Besucher haben sich in Schale geworfen, sichtbar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Albrecht Thiemann
Einem patriotischen Polen kämen keine Bedenken, Stanislaw Moniuszko an den Größten seiner Zeit zu messen und ihn als polnischen Verdi zu bezeichnen. Dabei hat den nur sechs Jahre jüngeren Moniuszko eine ähnliche politische Situation geprägt wie den italienischen Kollegen. Das Kongress-Polen von 1815 war ein schwacher und abhängiger Staat, Erhebungen 1830 und 1846...
Schwerlich kann ein einziges Opernhaus sich enzyklopädisch betätigen oder als ein «imaginäres Museum» – zu solch umfassender Darstellung des Werkbestands (wenn wir eine bewegliche Sache einmal so dinghaft-museal benennen wollen) bedarf es schon einer vielfältigen Theaterlandschaft, wie wir sie in Mitteleuropa zum Glück (noch) haben. Indes kann ein Spielplan doch...
ARD-ALPHA
12.7. – 11.00 Uhr
Fenomeno.
Porträt des Gitarristen Aniello Desiderio.
18./25.7. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
19.7. – 11.00 Uhr
Aniello Desiderio spielt
Gitarrenmusik aus Italien.
26.7. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Brahms: 2. Symphonie, D-Dur, op. 73, beim Lucerne Festival zu Ostern.
arte
1.7. – 5.15 Uhr
Romeo und Julia.
Aus der Reihe «Musik entdecken...
