Klappe zu
Hollywood. Irgendwann in den 1920ern. Ein Probedreh im Studio. «Sunset Motion Pictures» heißt die Traumfabrik, die Jürgen Flimm sich von George Tsypin hat ins Schiller Theater bauen lassen. Scheinwerfer, Schminktische, Kameras, Mikros, Best Boys, Glitzergirls – alles stilecht. Auf einer Leinwand Ozeandampfer, Straßenszenen, eine Fahrt im Cabrio, Gesichter in Schwarzweiß (Video: Robert Pflanz). Der Laden brummt, die Geschäfte mit den Zelluloidgeschichten laufen glänzend.
Auf Reichtum und Ruhm geeicht ist hier nicht nur der Zigarre qualmende Mann im tadellosen Zweireiher, der das Kommando führt: Geronte de Ravoir. Er entscheidet, wer groß rauskommt und wer im ewigen Klappstuhlwartestand versauert. Auch in dem Melodrama der jungen, vollseiden schimmernden Frau, die gerade zur audition erscheint, spielt er eine Schlüsselrolle.
Wie eine Diva des guten alten Kinos betritt Manon Lescaut die Szene: ein Kunstgeschöpf – schlank, elegant, schön, mit schulterlangem dunklen Haar und rubinroten Lippen. Aber auch eine Frau, die weiß, was sie will, nämlich «Star» werden. Dumm nur, dass sie sich in einen Komparsen namens Des Grieux verguckt, der am Set den melancholisch-karierten ...
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Hübsch hier. Die verwinkelte Innenstadt, der langgestreckte Marktplatz, eingerahmt von sanierten Altbauten. Im Rathaus aus dem 16. Jahrhundert der obligatorische Ratskeller. An diesem Adventssonntag sind im ostthüringischen Altenburg einige Buden geöffnet, es riecht nach Bratwurst, aus den Lautsprechern dringt, etwas zu laut, nicht ganz so weihnachtliche...
Während Wien im Dezember oft in diffuses, schattenloses Grau getaucht scheint, das so manchen in Schwermut stürzt; während die meisten Menschen zu Advent, der vermeintlich stillsten Zeit des Jahres, der Depression mit unbarmherziger Betriebsamkeit beizukommen suchen, schenkt die Wiener Staatsoper zumindest den Opernfundis das Glückshormon Serotonin: Endlich...
Tschaikowsky selbst vergoss nach eigenem Bekenntnis Tränen, als er Puschkins unglücklich liebende Spielernatur Hermann in den sicheren Untergang begleitete, und seine Erschütterung spiegelt sich in der Musik, die sich durchgehend in einem Bereich zwischen Herzflimmern und Herzrasen bewegt. Da kündigt sich schon der Komponist der «Pathétique» an. Im Ulmer...
