Jenseits der Wolken

Tilmann Köhler brilliert an der Oper Frankfurt mit einer geistreichen Inszenierung von Zemlinskys «Traumgörge», Markus Poschner durchleuchtet akribisch die zu Unrecht vergessene Partitur

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Alexander Zemlinskys «Traumgörge» war vom Unglück verfolgt. Die 1907 in Wien bereits fertig geprobte Uraufführung dieses Hauptwerks des deutschen Fin de Siècle wurde nach Mahlers Rücktritt als Direktor der Hofoper abgesetzt und fand erst 1980 in Nürnberg statt – lange nach Zemlinskys Tod 1942 im Exil. Wie spätere Inszenierungen benutzte sie ein korruptes Notenmaterial, das erst jetzt durch die kritische Neuausgabe ersetzt werden konnte.

In Frankfurt entfaltet sich die ganze vokale Pracht und orchestrale Farbenvielfalt, aber auch die polyphone Verdichtung und virtuose Formbeherrschung dieser luxurierenden Partitur. Das Psychodrama um den mit sich selbst und der Welt ringenden Görge findet in der Musik statt, die in der Tradition von Wagner, Mahler, Strauss und Debussy steht. Zemlinsky verschmilzt die Einflüsse zu einem ganz eigenen, zwischen Traum und Wirklichkeit, Ekstase und Labilität schwebenden Ton, der in jedem Akt einen anderen Klang besitzt, um in den Schlusstakten fast schon wie ins Nichts der Atonalität zu verwehen.

Das mit über 80 Musikern üppig besetzte Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Markus Poschner wurde dieser oft dramatisch sich ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Uwe Schweikert

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