Jedes Stück ein Gedicht

Die belgische Sopranistin Sophie Karthäuser singt Lieder von Hugo Wolf

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Unter den großen Komponisten des 19. Jahrhunderts ist Hugo Wolf der Lyriker par excellence. Bei ihm steht das Wort im Zentrum wie bei keinem seiner Vorgänger. Seine Musik dient den Dichtern – Goethe und Mörike zuallererst, aber auch Eichendorff, Paul Heyse und Emanuel Geibel. Gleiches ließe sich, über die Sprachen und Zeiten hinweg, nur noch von Francis Poulenc sagen. Ihm hat die belgische Sopranistin Sophie Karthäuser 2014 eine CD gewidmet («Les anges musiciens»), die zu den beglückendsten Liedeinspielungen der letzten Jahre gehört.

Wenn sie jetzt eine facettenreich zusammengestellte Auswahl von 23 Wolf-Liedern folgen lässt, so kommt das für eine nicht aus dem deutschen Sprachbereich stammende Sängerin einem Wagnis gleich. Nicht nur wegen der heiklen Textdeklamation, sondern auch angesichts einer einschüchternden Konkurrenz in diesem Repertoire. Umso bewundernswerter ist das ­Ergebnis: Karthäuser besteht die Herausforderung mit makelloser, ­akzentfreier Artikulation.

Die Sängerin, die – von William Christie und René Jacobs gefördert – hauptsächlich mit Barock- und Mozart-Aufführungen bekannt ­geworden ist, besitzt einen leicht ansprechenden hohen Sopran und ein individuelles, ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 25
von Uwe Schweikert

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