«Oper macht mich einfach glücklich»

Mit der improvisierten Folge «Babbeldasch» brachte Axel Ranisch die «Tatort»-Gemeinde auf die Palme. Mehr als ausgebügelt wurde das mit dem Grimme-Preis für «Familie Lotzmann». Seit ersten Versuchen in München ist der Berliner TV- und Kino-Mann, der auch schon einen Roman veröffentlicht hat, zunehmend in der Opernszene aktiv. Mit Prokofjews «Liebe zu drei Orangen» löste er in Stuttgart Jubelstürme aus. Was Begehrlichkeiten anderer Häuser weckt

Herr Ranisch, Sie haben an der Bayerischen Staatsoper einige kleine Stücke inszeniert, dazu Haydns «Orlando Paladino» für die Münchner Opernfestspiele, im Frühjahr 2020 machen Sie «Rigoletto» in Lyon als Koproduktion mit München: Sie werden ja richtig etabliert ...
Ob und wann der «Rigoletto» in München zu sehen sein wird, steht in den Sternen. Nikolaus Bachler war eben der Erste, der es sich vorstellen konnte, mich zur Oper zu holen. Die Bayerische Staatsoper ist tatsächlich wie ein zweites Zuhause. Ich fühle mich da ungeheuer wohl.

Insofern würde ich weniger vom Status als etablierter Regisseur sprechen, sondern eher von einer etablierten Beziehung.

Aber der Betrieb unterscheidet sich doch radikal von Ihren anderen Standbeinen.
Die Oper bietet mir viele Freiheiten, die ich zum Beispiel beim Fernsehen nicht habe. Dort wird ständig auf die Quote geschielt. Und die wird immer noch über ein paar tausend TV-Geräte gemessen bei Menschen, die mindestens fünf Stunden fernsehen und genau angeben, wann die Oma dazukommt oder sie auf die Toilette gehen – absurd. Die Angst ist bei den Sendern oft viel größer als der Mut. Man denkt auch viel mehr in Formaten. Mit meinen drei ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel