Voller Widersprüche

Längst ist Günther Groissböck nicht nur an der Wiener und Münchner Staatsoper Stammgast. Regelmäßig tritt der Bass an der New Yorker Met, der Mailänder Scala, Berlins Opernhäusern, Londons Covent Garden auf – und natürlich in Bayreuth, wo er 2020 den Wotan im neuen «Ring» verkörpern wird. Ein Gespräch über Wagner, Lehrer, Vorbilder, soziale Medien und Sport als Therapie

Herr Groissböck, hier ist die Millionenfrage: Was haben Sie und Roger Daltrey gemeinsam?
(lacht) Da muss ich das Publikum fragen. Naja, der Name kommt mir schon bekannt vor, aber im Moment kann ich ihn nicht unterbringen.

Er war Leadsänger von «The Who».
Ich bitte um Pardon: Die hatten ihre beste Zeit, soviel ich weiß, in den 1960er- und 1970er- Jahren. Da hätte ich als Säugling zum Fan werden müssen ...

Pardon gewährt. Daltrey hat 1975 den jungen Liszt in dem Film «Lisztomania» von Ken Russell gespielt ...


... und ich war in der Bayreuther Inszenierung der «Meistersinger» von Barrie Kosky der ein bisschen ältere Liszt. Der junge Liszt hat es im Leben ja angeblich echt krachen lassen – und der alte hat dann versucht, dies alles in priesterlicher Enthaltsamkeit zu egalisieren.

Mit Liszt/Pogner, mit dem Landgrafen, Fasolt und Gurnemanz haben Sie auf dem Grünen Hügel bereits markante Spuren hinterlassen. Ab 2020 wird Ihr Fußabdruck dort noch größer. Seit wann wussten Sie, dass Sie im neuen Bayreuther «Ring» den Wotan singen werden?
Zum ersten Mal wurde ich im Frühling 2014 mit der Idee konfrontiert, da fing ich an, mich mit der Figur und Partie intensiv zu befassen. Im August 2015, ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Interview, Seite 26
von Gerhard Persché