Inselfunde

Historische Recitals mit Isobel Baillie und John Shirley-Quirk

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Dokumente englischer Gesangskunst stehen im Fokus des britischen Labels Heritage Records – nicht nur Wiederveröffentlichungen bekannten Materials wie die frühen HMV-Aufnahmen von Peter Pears und Benjamin Britten, sondern auch Interpreten, die neu zu entdecken sich lohnt.

Die in Schottland geborene Isobel Baillie (1895-1983) war im Bereich Konzertsektor für einige Jahrzehnte die führende britische Sopranistin. Bereits mit 15 Jahren stand sie auf dem Podium, ihre letzte Aufnahme machte sie mit 79.

Die Klangdokumente aus den 40er-Jahren sind repräsentativ für ihr Repertoire und ihren puristischen Gesangsstil. Im Zentrum steht Händel mit sieben Arien, drei davon aus dem «Messiah», den sie mehr als 1000-mal gesungen haben soll. Sie versagt sich, da sie dieses Oratorium als «Gottesdienst» auffasst, jeden vokalen Zierrat. Das war aber offenbar ohnehin nicht ihre Stärke, wie sich bei anderer Gelegenheit an einigen Koloraturen zeigt. Das Album enthält weiterhin zwei Arien aus Bach-Kantaten, eine aus Haydns «Schöpfung» und drei Titel von Henry Purcell.

Baillies Stimme leuchtet silbrig, wird fast ohne Vibrato, aber durchaus mit Gefühl geführt. Auch mit 50 Jahren klang sie noch mädchenhaft ...

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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Ekkehard Pluta

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