Ins Abseits inszeniert
Der Katalane Hèctor Parra (Jahrgang 1976) gehört zu den renommiertesten Komponisten der jüngeren Generation. Und zu den originellsten Vertretern einer neuen Ästhetik, bei der es zwischen den Stimmen, den Instrumenten und der Live-Elektronik zu einer dramatischen Interaktion kommt wie in seinem 2009 am Pariser IRCAM uraufgeführten Opernentwurf «Hypermusic Prologue-E».
So weit ist er in seinem für die Schwetzinger Festspiele in Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz entstandenen jüngsten Bühnenwerk «Wilde» nicht gegangen, er hat sich hier auf die herkömmliche Orchesterbesetzung beschränkt. Das Libretto stammt von Händl Klaus, der damit nach «Bluthaus» (2011) und «Thomas» (2013) – beide von Georg Friedrich Haas vertont – schon zum dritten Mal für Schwetzingen einen Text geliefert hat. Wie schon in «Bluthaus» konfrontiert er uns mit einem Alptraum. Der traumatisiert aus dem Kriseneinsatz in Moldawien zurückkehrende Arzt Gunter (Ekkehard Abele) ist zu früh aus dem überhitzten Zug ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig gerät er in die Fänge der ihn pausenlos bequatschenden Brüder Emil und Hanno Flick (Bernhard Landauer und Vincent Lièvre-Picard), zu denen sich später im beschädigten Haus der ...
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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert
Der Startenor Adolphe Nourrit hatte 1829 in der Premiere von Rossinis «Guillaume Tell» die Rolle des Arnold gegeben; 1939/40 auch in Donizettis geplanter Oper «Les Martyrs» die Hauptrolle zu kreieren, war sein großer Wunsch. Es sollte nicht sein: Der von Depressionen geplagte Sänger stürzte sich im März 1839 aus einem Fenster in den Tod. Mit dem amerikanischen...
Ein wenig ungalant ist es schon, aber sie provoziert eine solche Teilung der Karriere ja selbst – in eine «alte» Cecilia Bartoli und in eine «neue». Und das Beste ist: Beide begegnen einem innerhalb von nur 24 Stunden auch noch am selben Ort, in Salzburgs Haus für Mozart. Die frühere, der Koloraturenspringball, die Sängerin, die irrsinnigen Spaß am Zierrat hat, an...
Ein maroder Theaterinnenraum aus dem bürgerlichen 19. Jahrhundert. 935 Nutzungseinheiten soll er nach dem Umbau hergeben, gigantische Einnahmen durch Verpachtung und Vermietung bringen. Das rechnet die Immobilienmaklerin dem Regisseur auf der Bühne vor und erklärt, bevor die Bautrupps mit der Abrissbirne anrücken: «Hier wird nicht mehr probiert, hier wird gemacht.»
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