Ins Abseits inszeniert
Der Katalane Hèctor Parra (Jahrgang 1976) gehört zu den renommiertesten Komponisten der jüngeren Generation. Und zu den originellsten Vertretern einer neuen Ästhetik, bei der es zwischen den Stimmen, den Instrumenten und der Live-Elektronik zu einer dramatischen Interaktion kommt wie in seinem 2009 am Pariser IRCAM uraufgeführten Opernentwurf «Hypermusic Prologue-E».
So weit ist er in seinem für die Schwetzinger Festspiele in Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz entstandenen jüngsten Bühnenwerk «Wilde» nicht gegangen, er hat sich hier auf die herkömmliche Orchesterbesetzung beschränkt. Das Libretto stammt von Händl Klaus, der damit nach «Bluthaus» (2011) und «Thomas» (2013) – beide von Georg Friedrich Haas vertont – schon zum dritten Mal für Schwetzingen einen Text geliefert hat. Wie schon in «Bluthaus» konfrontiert er uns mit einem Alptraum. Der traumatisiert aus dem Kriseneinsatz in Moldawien zurückkehrende Arzt Gunter (Ekkehard Abele) ist zu früh aus dem überhitzten Zug ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig gerät er in die Fänge der ihn pausenlos bequatschenden Brüder Emil und Hanno Flick (Bernhard Landauer und Vincent Lièvre-Picard), zu denen sich später im beschädigten Haus der ...
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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert
Er ist wieder da. Das erste Mal nach dem Rausschmiss. Dunkelblauer Anzug, offenes Hemd, ein Rotweinglas in der Hand. Wechselt hier ein paar Worte, lächelt dort hinüber, genießt die Blicke, die sich in den Foyers des Volkstheaters auf ihn richten. Blicke der Bewunderung, der Erwartung, der Hoffnung. Kann Sewan Latchinian die von Rostocks Bürgerschaft auf Druck der...
Er war stets genau so alt wie sein Jahrhundert. Man konnte das symbolisch sehen: Ernst Krenek (1900-1991) gehörte zu den zeitbewusstesten Musikern und Intellektuellen, zugleich zu den vielseitigsten Künstlern seiner Epoche. Mit dem spröde-erratischen Musikdrama «Karl V.» suchte er, in expressiv aufgeladener Quasi-Zwölftontechnik, aus konservativ-idealkatholischer...
Jubilare
Peter Schreier kam 1935 als Sohn eines Kantors und Lehrers in Meißen zur Welt. Als Mitglied des Dresdner Kreuzchores wurden ihm bereits früh Alt-Solopartien übertragen. Nach dem Stimmbruch begann er, sich die Tenorpartien in Bachs Passionen und Kantaten zu erobern, mit denen sein Name bis heute verbunden ist. Nach dem Abitur studierte er an der Dresdner...
