In tiefer Nacht

Shakespeare-Kino mit blutarmen Zombies: Pascal Dusapins «Macbeth Underworld» an der Brüsseler Oper

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Beau est noir et noir est beau – Schönheit ist schwarz, und das Schwarze ist schön.» Raunende Weisheiten dieser Art durchziehen das Textbuch zu «Macbeth Underworld», das der Schriftsteller Frédéric Boyer für Pascal Dusapin gedichtet hat. Boyer ist vertraut mit den alten, den ewigen Wahrheiten: Als Übersetzer hat er sich in die Bibel, die Bekenntnisse des heiligen Augustinus oder das Kamasutra hineinvertieft und schürft nun aus William Shakespeares düsterster Tragödie das Numinose und Endzeitliche in expressiven, leider auch recht verblasenen Wort- und Sinnklumpen hervor.

«Dunkel sind die Liebenden, die träumen, die zeugen und töten.» Darum geht es in «Macbeth Underworld»: um die Tiefe der Nacht, in der sich Gewalt, Trieb und mörderische Schuld zu einem glibbrigschwarzen Etwas verkleben, das jede Liebe zwischen Macbeth und seiner Lady tötet. Shakespeares Drama um den Machtkampf in Schottland liefert die Folie, doch sind alle Handlungen schon Vergangenheit und in der Psyche der beiden Hauptfiguren zum unauflöslichen Schuldkomplex geronnen. Das Personal der Macht ist bis auf wenige Figuren wie die herumgeisternde Banquo-Leiche (Kristinn Sigmundsson) verschwunden, Macbeth erlebt das ...

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Opernwelt November 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael Struck-Schloen

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