In der Zeitfalle
Die erste Oper des Komponisten Lorin Maazel ist eine Liebesgeschichte, bei der es besonders auf die Verhältnisse ankommt. Julia liebt Winston und Winston liebt Julia. Doch nicht die Familien, wie es sonst in solch klassischer Konstellation der Fall ist, sind gegen diese Liebe, sondern der alles überwachende Staat ist es. Deshalb wird das heimliche Liebesnest in der Vorstadt von einer schwer bewaffneten Eingreiftruppe gestürmt, als gälte es, Terroristen dingfest zu machen. Die Delinquenten werden verhört und psychologisch raffiniert gefoltert.
Es ist der «Große Bruder» aus George Orwells Nachkriegsbestseller «1984», der hier zuschlägt. Über die deskriptive Treffgenauigkeit dieser düsteren Vision lässt sich, gut ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung, gewiss streiten. Der allgegenwärtige und alles überwachende «Big Brother» jedenfalls hat es immerhin in den Sprachgebrauch der Selbstbeschreibung der Gegenwart geschafft – als billiger Abklatsch für die Unterhaltungsindustrie und als Metapher für den drohenden Überwachungsstaat.
Die einst von August Everding eigentlich für München initiierte Oper wurde jetzt am Royal Opera House Covent Garden uraufgeführt. Für die Renommierbühne ...
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Mit der dritten Lieferung ist Kopenhagens «Ring»-Zyklus endlich im neuen Opernhaus angekommen – und dieser Szenenwechsel hat Regisseur Kasper Bech Holten und seinem Team neue Möglichkeiten eröffnet.
Nach einem «Rheingold», das in den zukunftsseligen, ausschweifenden Zwanzigern, und einer «Walküre», die in den Fünfzigern angesiedelt ist, hat man sich mit «Siegfried»...
Zur Lady Macbeth hat ihn Bergs «Wozzeck» gebracht: Ein Satz, der auf den Komponisten Schostakowitsch ebenso zutrifft wie auf den Regie führenden Wiesbadener Intendanten Manfred Beilharz. Kaum zu glauben: Diese Produktion der «Lady» ist die erste eigene im Hessischen Staatstheater, wo das Werk erst einmal in einem Gastspiel zu erleben war. Eine Spiegelung des...
Toscanini hat ihn ermuntert, die Kollegen Puccini und Mascagni haben ihn gelobt, aber heute wird man den Namen des Komponisten Domenico Alaleona (1881-1928) selbst in einem besseren Opernführer vergebens suchen. Seine Oper «Mirra», mit der er 1913 einen Wettbewerb gewann, die aber erst 1920 in Rom uraufgeführt wurde, verschwand trotz anfänglichen Erfolgs bald in...
