In der Trinkhalle
Wieder mal nach Bad Wildbad. Wieder mal das erste Viertel Weißherbst auf der Terrasse des «Bären», der seit einer Weile auch «Hotel Rossini» heißt. Wie auch nicht? Der Maestro suchte sich, 1856 hier logierend, im Tal der Enz schließlich von seinen Gebrechen zu kurieren. Wieder also bei «Rossini in Wildbad», dem kleinen, aber feinen Festival im Nordschwarzwald, dem unverzagten Echo auf das große Rossini-Festival im italienischen Pesaro.
Darum: wieder auch unter den vielen beschlagenen Rossinianern, die jede seiner Noten zu kennen scheinen, von jeder Fassung und Umarbeitung, jeder Transposition und denkbaren Kadenz wissen, kurz: denen nichts bei Gioacchino Rossini fremd ist und die auf Du und Du mit ihm sind. Und die auch, ganz nahe beim «Bären», vor Karl-Henning Seemanns Bronze-Skulptur verharren. Sie zeigt einen leicht gebeugten älteren, dickeren, nackten Herrn, der, den rechten Fuß eine Spur im Wasser, dabei ist, sich nach dem Bad abzutrocknen und der sein Gemächt mit einem Zipfel seines Handtuchs gerade eben zu verhüllen vermag.
Die Bad Wildbader Rossini-Jünger sind neuerdings umgezogen. Dem Kurhaussaal haben sie den Laufpass gegeben, und die seit 2005 restaurierte Neue ...
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Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Festivals II / Panorama, Seite 67
von Heinz W. Koch
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