In der Luft

Aachen, Debussy: Pelléas et Mélisande

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Als 1993 Peter Sellars in Amsterdam «Pelléas et Mélisande» auf die Bühne brachte, war das ein Meilenstein der Aufführungsgeschichte: Der ganze symbolistische Zauber weggeblasen, keine Brünnlein, keine Krönlein, kein blondes Rapunzel-Haar, statt märchenhaftem Mittelalter eine moderne Strandvilla im kalifornischen Stil. Zu sehen war der quälend sich hinziehende Zerfall einer Wohlstandsgesellschaft, der mit den düster-bedrohlichen Szenarien des Stücks bestens korrespondierte, ohne die grundlegende Ambiguität von Text und Musik aufzuheben.

Sellars reagierte genau auf das im Stück planvoll angelegte Wechselspiel von «Innen» und «Außen».
Es ist genau dieses Wechselspiel, das Eva-Maria Höckmayrs Aachener Neuinszenierung abgeht, die ansonsten einen vergleichbar «entmystifizierenden» Ansatz verfolgt. Sie erzählt das Ganze aus der reinen Innenperspektive und zeigt eine geschlossene, in traumatisch zwanghafte Beziehungen verstrickte Gesellschaft. Zwar verweisen die Kostüme und Ric Schachtebecks Bühne mit ihrem erlesen schäbigen Mobiliar auf die Gegenwart; ein konkreter sozialer Ort der Handlung jenseits spießiger Kleinbürgerlichkeit lässt sich aber nicht ausmachen.

So hängen die Figuren und ...

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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Ingo Dorfmüller

Vergriffen
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