Immer nur Angst
Es gibt Künstler, deren Ästhetik wie Œuvre relativ homogen, wenn nicht gar monolithisch wirken: Bei aller Entwicklung, auch Variabilität, wirken sie quasi einschichtig, kaum durch Brüche, Widersprüche gefährdet. Was hohe Komplexität keineswegs ausschließt.
Komponisten wie Mussorgsky, Bruckner, Webern, Varèse eindimensional zu nennen, käme einem schwerlich in den Sinn; doch ihr Personal-Stil ist stets so unverwechselbar, dass die bei manch anderen oft unvermeidbare Frage ausbleibt: «Welchen» Bach, Schubert oder Schönberg meint man denn? Dann wiederum gibt es die wandelbar Vielgesichtigen, ja Janusköpfigen, schier musikalische Chamäleons, etwa Ravel, Strawinsky, auch Ernst Krenek.
Ein Komponist freilich steht für die Extreme des provozierend Simpel-Banalen und des überaus Ernsthaften, ja Sakralen, darin am ehesten Hindemith vergleichbar – bis hin zur anfänglichen «enfant terrible»-Rolle, gespeist aus der Abwehr deutschen Anspruchsdenken bei Wagner wie Schönberg: Musik als «Botschaft», «Ausdruck» und autonome Struktur war nicht seine Sache. An unbeschwerter Fröhlichkeit, spielerischer Nonchalance lag ihm weit mehr.
Nicht zufällig hat sich dieser demonstrativen Saloppheit wegen Alfred ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Panorama, Seite 68
von Gerhard R. Koch
Im Moskauer Saz-Kindermusiktheater wird die große Bühne saniert, alle Aufführungen finden deswegen auf der kleinen Bühne statt. Ende Juni zeigte man dort «Rotkäppchen» von César Cui, dem Mitglied des «Mächtigen Häufleins». Der Komponist schrieb seine Kinderoper 1911 ausdrücklich für Zarewitsch Alexej, den kranken Sohn Nikolai II. Allein für den maladen Thronfolger...
Robert Wilson
Damals, im Sommer 1976, geschah der Musiktheater-Umsturz: Robert Wilson, 34-jähriger Texaner, präsentierte in Old Europe eine Kreation mit dem rätselhaft absurden Titel «Einstein on the Beach», die Minimal Music dazu lieferte der Amerikaner Philip Glass. Das Stück hatte von Avignon aus Furore gemacht, mit Gastspielen in einigen Theatermetropolen....
alpha
04.09. – 19:30 Uhr
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Bayreuth Baroque
Das Opernfestival Bayreuth
Baroque startet in seine zweite Saison – eine bemerkenswerte Leistung des Teams um den künstlerischen Leiter Max Emanuel Cencic, dem es gelungen ist, eine Neugründung in Zeiten der Pandemie erfolgreich zu etablieren. Das spiegelt auch die...
