Im Wunderreich der Nacht
Seiner großen, noch dazu unerfüllten und verbotenen Liebe ein noch größeres Denkmal zu setzen, wagte Richard Wagner mit «Tristan und Isolde». Doch das Gigantische und Grenzensprengende der «Handlung in drei Aufzügen» brachte Proben und Aufführungen an den Rand des Scheiterns: Als unspielbar galt der Orchesterpart, der Dissonanzspannungen auftürmt und emanzipiert, zu Lebzeiten des Meisters. Monumental bleiben die Anforderungen an die Sänger der Titelpartien bis heute, zumal jene des Tristan.
Wagner wusste um seine Kühnheit, als er 1859 in einem just an die geliebte Muse Mathilde Wesendonck gerichteten Brief prophezeite: «Kind, dieser Tristan wird was Furchtbares! Dieser letzte Akt! Ich fürchte, die Oper wird verboten, nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten! Vollständig gute müssen die Leute verrückt machen.»
Die nun von Martina Trumpp arrangierte und gemeinsam mit ihrem Solisten -ensemble D’Accord eingespielte Paraphrase für gerade einmal sieben Streicher (und damit ganz ohne Gesangsstimmen) ist freilich alles andere als mittelmäßig. Die Bearbeitung rettet Wagner nicht nur vor den eigenen, kaum einlösbaren Ansprüchen, sie eröffnet einen echten Perspektivwechsel. Zwar ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Peter Krause
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