Im Westen ein bisschen Neues
Wenn die Wirtschaft in Nöten steckt, muss auch ein Impresario Abstriche machen. An der San Francisco Opera bedeutet das: Bei den Besetzungen klotzt man, bei den Inszenierungen wird gespart. Von den neun Produktionen, die in dieser Spielzeit auf dem Programm stehen, sind acht bereits anderenorts herausgekommen, viele wurden schlicht eingekauft.
Bisweilen geht die Rechnung auf. Von dem neuen «Trovatore», der die Saison eröffnete, lässt sich das leider nicht sagen.
Um David McVicars in Anlehnung an Goya erarbeiteter Vision gerecht zu werden, muss die Beleuchtung ein malerisches Chiaroscuro heraufbeschwören – wie es letzthin an der Met zu bewundern, hier aber nicht einmal in Ansätzen zu sehen war. In der Personenführung begnügte sich der Regisseur der Wiederaufnahme, Walter Sutcliffe, damit, die ursprünglichen Arrangements annähernd nachzustellen.
Das Hauptinteresse galt ohnehin dem Dirigenten Nicola Luisotti, der mit diesem «Trovatore» seinen Einstand als Musikchef an der San Francisco Opera gab. Luisotti nahm sich außergewöhnliche Freiheiten bei der Wahl der Tempi, er hat ein impulsives Gefühl für die großen Linien der Musik – gute Voraussetzungen, um die nervöse Energie der Partitur ...
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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Matthew Gurewitsch, Übersetzung: Albrecht Thiemann
«Über die Musik will ich Ihnen nichts sagen; Sie kennen sie. Wovon Sie aber keine Vorstellung haben können, ist das schreckliche Geschrei, das anhaltende Brüllen, welches das ganze Stück hindurch von der Bühne schallt», berichtete der Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) über einen Opernbesuch (ohne damit speziell Tenöre zu meinen). Gioacchino Rossini...
Selbst angesichts der Akkordbedingungen, unter denen Italiens Opernkomponisten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts produzieren mussten, hatte Donizetti für seine «Parisina» geradezu abenteuerlich wenig Zeit zur Verfügung. Weil Felice Romani, der gefragteste Librettist der Epoche, schon mit anderen Aufträgen (unter anderem «Beatrice di Tenda» für Bellini)...
Gewisse Worte, sagt uns der Volksmund, seien wie Zahnpasta: einmal draußen, bringt man sie nicht mehr in die Tube zurück. Das musste auch der neue Direktor des Wiener Burgtheaters Matthias Hartmann erfahren, als er seine Antrittspressekonferenz mit dem markigen Ausspruch: «Sie wollen das Beste. Sie verdienen das Beste. Sie kriegen das Beste» befeuern wollte. Prompt...
