Im Westen ein bisschen Neues
Wenn die Wirtschaft in Nöten steckt, muss auch ein Impresario Abstriche machen. An der San Francisco Opera bedeutet das: Bei den Besetzungen klotzt man, bei den Inszenierungen wird gespart. Von den neun Produktionen, die in dieser Spielzeit auf dem Programm stehen, sind acht bereits anderenorts herausgekommen, viele wurden schlicht eingekauft.
Bisweilen geht die Rechnung auf. Von dem neuen «Trovatore», der die Saison eröffnete, lässt sich das leider nicht sagen.
Um David McVicars in Anlehnung an Goya erarbeiteter Vision gerecht zu werden, muss die Beleuchtung ein malerisches Chiaroscuro heraufbeschwören – wie es letzthin an der Met zu bewundern, hier aber nicht einmal in Ansätzen zu sehen war. In der Personenführung begnügte sich der Regisseur der Wiederaufnahme, Walter Sutcliffe, damit, die ursprünglichen Arrangements annähernd nachzustellen.
Das Hauptinteresse galt ohnehin dem Dirigenten Nicola Luisotti, der mit diesem «Trovatore» seinen Einstand als Musikchef an der San Francisco Opera gab. Luisotti nahm sich außergewöhnliche Freiheiten bei der Wahl der Tempi, er hat ein impulsives Gefühl für die großen Linien der Musik – gute Voraussetzungen, um die nervöse Energie der Partitur ...
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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Matthew Gurewitsch, Übersetzung: Albrecht Thiemann
Der Anfang kündet schon vom Ende. Noch während der Ouvertüre zu «Roméo et Juliette» (von Evan Christ und dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus in üppigen, regenwolkenschweren Klangfarben auf die imaginäre Leinwand gepinselt) hebt sich der Vorhang und gibt den Blick frei auf eine Beerdigungsszene. Die Familiengruft der Capulets. Es tritt hinein...
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