Im Lichte junger Mädchenblüte
Als Teenager wollte sie Harfenistin werden. Die Farbenvielfalt der französischen sinfonischen Musik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts hatte es Sandrine Piau angetan – und sie träumte davon, als Instrumentalistin Teil dieses Klangrausches zu sein. Dann aber entschied sie sich doch für ein Gesangsstudium, wurde als Barock-Interpretin bekannt.
Nun aber kommt sie mit «Si j’ai aimé» auf ihre Jugendliebe zurück, singt, akustisch umschmeichelt von Le Concert de la Loge unter der Leitung von Julien Chauvin, Orchesterlieder aus der Zeit, als Paris die Welthauptstadt der Kultur war: der Belle Epoque. Ermöglicht haben diese Reise in einen verschatteten Winkel der französischen Musikgeschichte einmal mehr die Forscher vom Palazzetto Bru Zane.
Die nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 gegründete Société Nationale de Musique wollte nicht nur aus patriotischen Gründen die einheimische Partiturproduktion fördern, sondern die Werke ihrer Mitglieder auch einem möglichst breiten Publikum bekanntmachen. Dafür sollte unter anderem das Kunstlied aus den gesellschaftlich engen Zirkeln der Salons geholt werden, und zwar durch die Bearbeitung der Klavierstimme für Orchester, so dass die ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Frederik Hanssen
Als der Beifall im Osnabrücker Theater verklungen war, fragte man sich ungläubig: Dieser Komponist sollte vergessen, seine Oper «Guercœur» unbekannt und seit der postumen Uraufführung 1931 nie wieder gespielt worden sein? Gewiss, Albéric Magnard (1865-1914) war der Querkopf und Einzelgänger unter den französischen Musikern seiner Zeit, keiner Schule zugehörig,...
Für Wilhelm Furtwängler war er der «schwärzeste Bass» auf Erden, aber es ist nicht allein dieser Superlativ, der Gottlob Frick (1906-1994) zu einem Jahrhundertsänger machte. Ein unverwechselbares Timbre, makellose Technik und eine unbestechliche künstlerische Integrität zeichneten ihn aus und sicherten seinen Nachruhm. Mehr als fünf Jahrzehnte lang (1934-1985) war...
Ausgerechnet der als Regietheaterschreck in Verruf geratene Tilman Knabe hat mit seiner gesellschaftskritischen Sicht auf Wolfgang Rihms Kammeroper «Jakob Lenz» für den späten Saisonhöhepunkt am Nürnberger Staatstheater gesorgt. Dass das begeisterte Publikum nach der Premiere gar nicht aufhören wollte mit dem Applaudieren, hat gute Gründe. Die Musik der 1979...
