Im Gleichgewicht

Vor gut fünf Jahren hat sich das kleine Fribourg ein neues Theaterhaus gegönnt. Der jüngste Wurf der örtlichen Opern-Compagnie: Haydns «Orlando Paladino»

Mehr oder weniger beschauliche Universitätsstädte wie Göttingen, Jena, Marburg oder Tübingen hatten nie ein Opernhaus und haben sich offenbar damit abgefunden. Das um einiges kleinere schweizerische Fribourg nicht. Nach einer hauchdünn mit 125 Stimmen Vorsprung entschiedenen Volksabstimmung wurden 2006 die 35 Millionen Franken (damals nur 23 Millionen Euro) bewilligt, die 2011 die Eröffnung eines Theaterneubaus in der Stadtmitte mit knapp 600 Plätzen erlaubten.

Seither spielt die 1986 gegründete Opéra de Fribourg in diesem «Théâtre Équilibre» («Gleichgewicht»), mit einem ebenso simplen wie nachhaltigen Modell: eine einzige Produktion im Jahr, Premiere am 29. Dezember, Gala am Silvestertag, vier weitere Aufführungen im Januar.

Im 31. Jahr wählte man nach französischem Amusement (Offenbach und Chabrier), vorsichtigen Ausflügen in die Moderne (Honegger und Britten), nicht allzu aufwendigen Klassikern («Carmen» und Mozart) und manch ambitioniertem «Brocken» («Madama Butterfly», «Eugen Onegin» oder die Ende 2017 geplanten «Contes d’Hoffmann») zum zweiten Mal eine Haydn-Oper: «Orlando Paladino» aus dem Jahre 1782. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die in einem Wettbewerb ausgewählte ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Anselm Gerhard