Il Magnifico

Im September hätte er seinen 100. gefeiert: Die Schriftstellerin und Librettistin Ursula Haas erinnert an den Komponisten und Intendanten Rolf Liebermann

Opernwelt - Logo

Wenn Rolf Liebermann aus seinem Leben erzählte, waren es vor allem Anekdoten – grundiert von Humor und Understatement, getragen vom gutturalen Klang seiner Schweizer Sprechweise. Am 14. September 1910 wurde er in Zürich geboren, als Großneffe des Malers Max Liebermann. Rolf Liebermanns Elternhaus in Zürich pflegte die Musik in bürgerlicher Tradition, er besuchte das Konservatorium. Nach dem Tod des Vaters folgte er nicht dessen
juristischer Profession, sondern seiner ersten Liebe, der Chansonsängerin Lale Andersen, für die er Lieder nach Klabund, Tucholsky und Brecht komponierte.

Sie tingelten in den Kabaretts der Schweiz. Geld verdiente er mit
Bridge-Spiel und dem Begleiten von Stummfilmen auf dem Klavier. Er schrieb Lieder für die kommunistische Arbeiterbewegung.
Mit dem Dirigenten Hermann Scherchen trat ein Lehrmeister und Wegbereiter in sein Leben. Bei ihm absolvierte er 1937 einen Dirigierkurs. «Wir muss-
ten oft alle Stimmen der verschiedenen Instrumente summen, bevor wir dirigieren durften.» Scherchen erkannte Liebermanns Begabung und machte ihn zu seinem Privatsekretär. 1939 zog Liebermann nach Ascona, wo ihm der russische Komponist Vladimir Vogel Kompositionsunterricht gab. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Ursula Haas

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bitte nicht jedes Jahr eine neue «Carmen»!

Die Musikfilmproduktion kann man ungefähr einteilen in Aufnahmen der Performing Arts (also Konzert, Oper und Tanz), in Documentaries und Doku-Dramen. Welche dieser Gattungen gehen heute am besten?

Am interessantesten sind natürlich Doku-Dramen, die Darstellung des Lebens eines Künstlers mit Schauspielern. Aber das ist sehr aufwändig, zumal noch das Sprachproblem...

In der Trinkhalle

Wieder mal nach Bad Wildbad. Wieder mal das erste Viertel Weißherbst auf der Terrasse des «Bären», der seit einer Weile auch «Hotel Rossini» heißt. Wie auch nicht? Der Maestro suchte sich, 1856 hier logierend, im Tal der Enz schließlich von seinen Gebrechen zu kurieren. Wieder also bei «Rossini in Wildbad», dem kleinen, aber feinen Festival im Nordschwarzwald, dem...

Schöpferisch konzeptionell

In Berlin verstarb der Bühnenbildner Reinhart Zimmermann, jahrzehntelang Ausstattungsleiter der Komischen Oper als Nachfolger Rudolf Heinrichs, dessen Assistent er gewesen war. Er hat unser
Musiktheater wesentlich mitgeprägt, in Zusammenarbeit mit Walter Felsenstein, Götz Friedrich, Michael Heinicke, Harry Kupfer, mir und anderen.

Als Rudolf Heinrich uns nach der...