Hurra, sie leben noch!

Das Theater Neustrelitz steht vor schwierigen Umstrukturierungen, spielt aber vorerst munter weiter

«Hier gibt es ein Theater», verkündet ein Plakat am Neustrelitzer Hauptbahnhof. Es richtet sich an Besucher, aber auch an die Stadt selbst, mit trotzig-couragierter Botschaft: Es gibt uns noch! Selbstverständlich ist das nicht in Deutschlands Nordosten. Glaubt man dem Schweriner Kultusministerium, dann ist das Geld, um die einmalige Theaterlandschaft zu erhalten, schlichtweg nicht mehr da. Schon 2001 ging Neustrelitz mit dem Orchester im 30 Kilometer entfernten Neubrandenburg zur Theater und Orchester GmbH zusammen.

Jetzt steht eine weitere Fusion an, und zwar mit dem Theater Vorpommern, in dem die Bühnen von Stralsund und Greifswald vereint sind. «Staatstheater Nordost» soll das Superkonstrukt heißen, doch ob es wirklich so super wird, ist alles andere als ausgemacht. Avisiert ist eine Aufteilung der Sparten: Oper in Stralsund, Schauspiel in Greifswald, Konzerte in Neubrandenburg. Das führt zwangsläufig zu riesigen Anfahrtswegen für Besucher und Künstler. Neustrelitz hat zwar ein prachtvolles klassizistisches Haus, ist aber der schwächste Partner im Verbund: Hier soll außer den Werkstätten fast nichts bleiben.

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Udo Badelt