«Hugenotten»? Morgens um neun
Sein Herz für die Musik schlägt heftig, eigentlich wollte er Musiker werden. Nun ist er als Kabarettist bekannt geworden und weiß über Schumann und Rossini genauso abendfüllend zu plaudern wie über rheinische Lebensgewohnheiten. Konrad Beikircher hat nach seinen beiden Konzertführern nun einen Opernführer geschrieben. Im Gespräch mit «Opernwelt» untermauert er seine Sympathie für die Librettisten, bekennt sich zu Meyerbeer und gibt sich enttäuscht über den technischen Stand unserer Fernseher.
Herr Beikircher, was ist für Sie die «Magie der Oper»?
Alles, womit sie uns der Zeit entrückt. Ganz subjektiv gesprochen: Wenn ich in die Oper gehe, dann will ich, dass die Oper mich «entführt». Ich bin nicht versaut durch musiktheoretische Kenntnisse – «Achtung, jetzt kommt die Kavatine», «Hier nun die Stretta» –, sondern höre erst einmal mit Gefühl. Ich kann mich zum Beispiel in Bonn – jetzt ärgere ich die Bonner mal ein bisschen – über das B-Niveau einer Verdi-Oper trotzdem freuen, wenn es in sich stimmig gemacht ist. Natürlich weiß ich, wie es der Traviata am Ende ergeht. Aber das kann ich leicht ausblenden, wenn mich das, was ich zu sehen und zu hören bekomme, packt.
Trotzdem: Was ist der ...
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