Hüpfen im Paradies
An der Dresdner Semperoper steuerte vor bald zwei Jahren Künstliche Intelligenz eine virtuelle Stimme, die Deutsche Oper Berlin sucht nach künstlichen Transformationen von Bilderwelten, und in Bayreuth kann man «Parsifal» mittels Augmented Reality auf einer zweiten Ebene verfolgen. Oper ist längst nicht nur noch analog. Was passiert, wenn man sie wahl -weise im Opernhaus oder im Metaverse verfolgen kann? Mit seinem eigenen Avatar …
Der Weg ins erweiterte, digitale Metaversum ist kein einfacher, wenn man kein Digital Native ist.
Ohne das Tutorial der Pressesprecherin der Oper in Nancy hätte es vermutlich nicht geklappt. Man muss im Browser erst eine Plattform laden und installieren. Ist «Sansar» betriebsbereit, muss man sich einwählen, bis man seinen Avatar, ein virtuelles Ebenbild wie aus dem Science-Fiction-Lehrbuch, konfigurieren kann. Und dann gilt es, sich mit den Befehlen auf der Tastatur vertraut zu machen. A heißt links, D rechts, S vorwärts; drückt man auf die Leertaste, hüpft der Avatar. Hüpfen im Opernhaus? Warum eigentlich nicht? Man könnte auch auf die Schaltfläche «Socialize» gehen und mit den anderen 14 Avataren, die offenbar an diesem Abend unterwegs sind, ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Alexander Dick
Die Entscheidung fällt nicht eben leicht: Soll man Lehárs «Lustige Witwe» nun toll finden oder doch eher ein bisschen doof? Wäre der Maßstab die Art und Weise, wie Patrick Hahn den orchestralen Entr’acte mit der Melodie des Vilja-Lieds vor dem Finalakt dirigiert und dabei jede feine Nuance dieses melancholischen Klangbildes hervorzaubert, fiele das Votum klar aus:...
Es ist keine Schande, den Namen von Rita Strohl noch nie gehört zu haben. Auch einschlägige Lexika kennen ihn nicht – ein Schicksal, das Debussys Zeitgenossin mit vielen Komponistinnen teilt. Wie ihr berühmter Landsmann stand Strohl im Bann des Symbolismus und damit fest in der französischen Tradition, war zugleich aber eine glühende Anhängerin Wagners. Sie begann...
Wäre dieser Zyklus ein Berg, man läge gewiss kaum falsch, wenn man ihn mit dem Mount Everest vergleichen würde. Strauss’ «Vier letzte Lieder» auf Verse Hermann Hesses und Joseph von Eichendorffs sind der einsame, für viele unerreichbare Gipfel spätromantischer Liedkunst, gleichsam deren exzentrisch-introspektiver Epilog. Tiefliegende Empfindsamkeit verbindet sich...
