Himmelwärts
Nun öffne sich der Himmel, und ihrem Sehnen erstrahle das Licht der Ewigkeit», schwärmt Hans Castorp, als er einer Grammophonplatte mit dem Finalduett aus Verdis «Aida» lauscht.
Was Thomas Mann seinem «Zauberberg»-Lehrling vor 85 Jahren in den Mund legte, hat der britische Regie-Routinier Graham Vick auf der Bregenzer Seebühne nun wörtlich ins Bild gesetzt: In einer Holzbarke gleiten Aida und Radames am Ende ihrer unmöglichen Love Story über das Wasser, um schließlich, von einem Baukran in schwindelnde Höhen gezogen, samt Boot in die schwarze Nacht über dem Bodensee zu entschweben: «O terra, addio». Und Carlo Rizzi schwört dabei die aus dem Festspielhaus live zugeschalteten Wiener Symphoniker so wunderbar auf jene pianissimo verhauchende Ges-Dur-Intimität ein, die den Weltabschied des sterbenden Paares begleitet, dass zwischen den azurblau gepinselten, bronzesternflammenden Monumentalkulissen von Paul Brown ein wahrhaft poetischer Moment entsteht – ein Moment des staunenden Innehaltens, des sentimentalen Mitgefühls, das rund 7000 Premierengäste still verharren lässt, bis der allerletzte Ton verhallt und die Himmelfahrt ins Ziel gekommen ist.
Verdis quotenträchtiges Ägypten-Drama, ...
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Selten hat ein belletristisches Buch in der Musikgeschichte mehr Aufsehen erregt als Thomas Manns im amerikanischen Exil entstandener Roman «Doktor Faustus». Auch wer den Lübecker Senatorensohn und seine «Bügelfaltenprosa» (so neidisch, aber nicht ganz unzutreffend Alfred Döblin) für literarisch überschätzt hält, muss konzedieren, dass ihm mit der Erfindung des...
Man hockt aufeinander in Bad Wildbad. Es ist eng im Tal, durch das sich die Enz geräuschvoll schlängelt. Was die Nachbarn plaudern, auf den Restaurantterrassen, den Parkwegen – man bekommt es mit. Und das ist häufig eine mehr als nur gediegene Kenntnis in Sachen Rossini. Man muss nicht gleich vom Bayreuth der Rossinianer reden. Aber es ist etwas dran am...
Im Paradies passierte seinerzeit offenbar auch noch allerlei, nachdem Adam und Eva in die Welt hinaus getrieben worden waren. Ein Ort für fantastische Geschichten ist der Garten Eden allemal. Ein Journalist und ein Pilot müssen im Paradies notlanden, finden sich dort unter berühmten Tieren wieder. Die Taube aus Noahs Arche, die Forelle von Franz Schubert, natürlich...
