Graue Katzen
Der Ort? Schön ist er nicht. Aber ein Technoclub folgt bekanntlich anderen ästhetischen Normen und Idealen als ein Theater oder gar ein Opernhaus. Er kann dunkel, metallisch, kalt und leer sein, das ist völlig egal. Ihre Aura gewinnt eine solche Location erst in der Nacht, wenn alle Katzen grau sind, wenn die Beats hämmern, die Lichtkegel tanzen und die Leiber im Dickicht des Untergrunds zucken. Was allerdings während der Pandemie kaum möglich, ja, eigentlich ausgeschlossen war.
Was mit den jungen Menschen, für die ein Wochenende ohne Club im Grunde ein verlorenes war, passiert ist während dieser Zeit, das ist Thema von «Isolation Club», einer Kammeroper mit Beats von Florian Stanek und Sebastian Brandmeir – als Auftragswerk der Theater Chemnitz, gefördert vom Deutschen Literaturfonds im Rahmen der Initiative «Neustart Kultur». Die Geschichte, die darin erzählt wird, führt zwei Youtuber zusammen, deren Träume durch Corona zu zerplatzen drohen: Hannah (Marlen Bieber) hat einen «Quarantäne-Blog» und nach eigener Auskunft 400.000 Follower, die ihre Mutmacher-Parolen genießen, ist aber trotzdem kreuzunglücklich in ihrer Einsamkeit. Paul (Felix Rohleder) ist zwar ebenfalls Tag und ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Jürgen Otten
JUBILARE
Julia Varady erhielt ab dem 14. Lebensjahr Gesangsunterricht am Konservatorium von Bukarest bei Arta Florescu. Ihr Debüt gab sie 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie etwa als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» oder Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte...
Wirklich furchterregend ist das Biest, das da, aus der Bühnentiefe des Festspielhauses geschlüpft, über einen hinwegbraust, auf mächtigen Schwingen, mit grünem Schuppenkleid und einem Maul voll gezackter Zähne, aus dem Feuerstrahlen schießen. Wie sich halt Richard Wagner seinen Drachen dachte, der schon zur Uraufführung des «Siegfried» nur unvollständig realisiert...
Hätte die letzte Spielzeit von Nikolaus Bachler als Intendant der Bayerischen Staatsoper nicht unter dem Signum der Corona-Maßnahmen gestanden, sie wäre wohl tatsächlich seine glanzvollste geworden. Schließlich hatte Bachler, der es so gern glänzend (und manchmal auch einfach nur hochglänzend) liebte, sie als geschichtsbewusste Summe angedacht: einige der...
