Glück auf dem Teller
Für große Inszenierungen braucht es keine großen Bühnen. Ein Mann steht hinterm Herd, schwarzes T-Shirt, Schürze. Konzentriert schneidet er am Gemüse. Schnitt für Schnitt verwandelt er gelbe Karotten in elegante Würfel, und wie er das macht, ist ein kleines Kunststück: Jede Bewegung scheint bedächtig, fast ein chirurgischer Schnitt, aber das Ergebnis ist der Beweis für eine ungeheure Effizienz und Ästhetik. Kein Zweifel, dieser Mann ist Profi.
Der Mann ist Christoph Homberger.
Drei Jahrzehnte war er Teil des Kulturhochbetriebs,
unterwegs auf den berühmten Bühnen, als Sänger, Schauspieler, Theatererfinder und überhaupt vielseitig begabte Chamäleonfigur, über die Christoph Marthaler schreibt: «Solange ich Christoph Homberger kenne, ist er immer eine Gruppe von Hombergern gewesen.» Für die Ruhrtriennale machte er noch eine Produktion – «Sänger ohne Schatten», 2014 mit Boris Nikitin –, dann war genug. Das ständige Reisen, die Abwesenheiten von der Familie nervten ihn, das ist der eine Grund. Der andere: «Die Arbeitsbedingungen sind schwieriger geworden.» Mit Theaterhäusern, Managern, Regisseuren, und: «Ich habe Dirigenten erlebt, die nicht einmal einen Dreivierteltakt verständlich ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Clemens Prokop
Place de la Bastille. Stéphane Lissner empfängt an seinem Arbeitsplatz. Im (nicht mehr ganz) neuen zweiten Haus der Opéra de Paris. Seit August 2014 leitet der 62-Jährige den größten Theaterbetrieb Frankreichs. Gerade hat er in der Bastille Oper seine erste eigene Saison eröffnet. Mit «Moses und Aron», jenem «Endspiel» (Hans Mayer), das er vor 20 Jahren zum ersten...
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht...
Gounods Goethe-Erfolg, eine der (gar nicht so) geheimen Lieblingsopern Thomas Manns, kann auch im 21. Jahrhundert noch auf Interesse und Bewunderung stoßen. Die Chor-, insbesondere die Kriegsszenen sind nicht allzu weit von Verdi’schem Schwung entfernt, und den Intimitäten des im Mittelpunkt stehenden vokalen Trio infernale sind bedeutende Schön- und Apartheiten...
