Glaubensfrage
«Und, was glauben Sie?» – unter diesem Motto setzt sich das Pfalztheater Kaiserslautern spartenübergreifend mit der Antike auseinander. Das Musiktheater ist mit «Iphigenie in Aulis» dabei, der weniger bekannten von Glucks beiden Tantaliden-Opern, die die Vorgeschichte des Trojanischen Krieges beschreibt: Heerführer Agamemnon liegt mit seiner Flotte wegen anhaltender Windstille in Aulis fest und soll auf Geheiß des Oberpriesters Kalchas die Götter durch die Opferung seiner Tochter Iphigenie freundlich stimmen.
Aber seine Frau Klytämnestra und Iphigenies Bräutigam Achill stemmen sich gegen den barbarischen Akt.
Regisseur Benjamin Schad erzählt die Geschichte in klassischer Strenge: hoch konzentriert, schnörkellos. Das minimalistische Bühnenbild, das ohne Accessoires auskommt, signalisiert mit seinen mächtigen, düsteren Mauern Unbeweglichkeit. Die Kostüme sind durchweg cremefarben gehalten, nur in Nuancen unterscheiden sich Kriegervolk und Fürsten.
Den Figuren sind klare Charakteristika zugewiesen: ein zögerlicher, hin- und hergerissener Agamemnon, eine zunächst naive, dann an den Herausforderungen reifende Iphigenie, der zornige Held Achill, dessen große Gesten Ratlosigkeit verbergen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Dieter Lintz
Mitte der achtziger Jahre. Carl Dahlhaus, der Berliner Ordinarius für Musikwissenschaft, war schon sehr krank, und seine Vorlesungen mussten immer wieder ausfallen. Da sprang ein nicht mehr ganz junger, aber dynamisch wirkender Mann ein, von dem wir Studenten wussten, dass er eigentlich Dirigent war, aus der DDR kam und seit Kurzem in Wuppertal als GMD wirkte....
Man kennt das schon, jede Premiere eine Zitterpartie. Spielen sie noch oder streiken sie schon? Schon die Saisoneröffnung an der hoch verschuldeten Opera di Roma mit Verdis «Ernani» unter Riccardo Muti war im vergangenen November akut gefährdet, weil die Gewerkschaften mit einem Ausstand gedroht hatten. Im Dezember 2013 bekam das Haus einen externen Kommissar...
Im Parterre des großen Schallplattengeschäfts in Wiens Kärntnerstraße wirbt Anna Netrebko mit einem auffälligen Poster für ihr Verdi-Recital. Als wir interessehalber oben im zweiten Stock, in der Klassik-Abteilung, nach dem kürzlich erschienenen Verdi-Album von Krassimira Stoyanova fragen, ernten wir bedauerndes Schulterzucken: Es sei leider nicht vorrätig....
