Gewaltfeuerwerk

Stuttgart, Strauss: Elektra

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Peter Konwitschny hat in seiner «Elektra»-Inszenierung, die zuerst in Kopenhagen Station machte (siehe OW 4/2005), das Stück als Psychodrama der internalisierten Gewalt gedeutet – eine Lesart, die sich auf Hofmanns­thal berufen kann, dem bei der Niederschrift der Dichtung vorschwebte, den antiken Mythos «aus einem Gegenstand des Bildungsinteresses zu einem Gegenstand der Emotion zu machen». Schockierend ist schon der Auftakt: Konwitschny schickt dem unerbittlich vor den roten Ziffern einer rückwärts laufenden Digitaluhr ab­rollenden Spiel den Mord an Agamemnon voraus.

Die Kinder werden zu Zeugen des Mords, der sie für ihr Leben prägt. Die «Badesargwanne», der darin wie ein Möbel hin- und hergeschobene Tote und das überreichlich an diesem Abend geschwungene Beil sind die sichtbaren Requisiten pathologischer Traumatisierung, die die Atridensippe aneinander kettet. Konwitschny entwickelt ein bald unheimliches, bald groteskes Spiel der gegenseitigen Belauerung von Mutter und Tochter, das unter aktiver Beteiligung des Toten durchaus komödiantische Züge annimmt. Die Uhr läuft ab, als der heimgekehrte Orest den Rachemord an der Mutter vollzieht. Auch wenn Konwitschny sich diesmal nicht ...

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Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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