Geschlossene Gesellschaft

Musikalisch exzellent, szenisch vergeigt: Giuseppe Verdis «I due Foscari» bei den Opernfestspielen Heidenheim

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Die sommerlichen Opernfestspiele in Heidenheim gehören zu den ältesten Festivals des Bundeslandes Baden-Württemberg, dümpelten aber jahrzehntelang recht glanzlos und ohne künstlerische Ausstrahlung vor sich hin – zuletzt unter dem wenig inspirierenden Schweizer Dirigenten Marco-Maria Canonica. Dem aus Heidenheim gebürtigen Marcus Bosch – damals Aachener, später Nürnberger GMD –, der 2009 die Leitung übernahm, ist es schnell gelungen, das Profil zu schärfen.

Im ehemaligen Rittersaal der Burgruine Hellenstein finden Open-Air-Aufführungen statt, die sich zwar nicht mit dem spektakulären landschaftlichen Panorama des Bodensees, musikalisch inzwischen aber durchaus mit den ungleich renommierteren Bregenzer Festspielen messen können. Dieses Jahr stand Wagners «Tannhäuser» auf dem Programm. Im Ausweichquartier des ebenfalls auf dem Hellenstein gelegenen Congress-Centrums hat Bosch 2016 das Langzeit-Projekt einer Gesamtaufführung von Verdis Frühwerk gestartet, das in diesem Jahr mit «I due Foscari» die sechste Oper erreichte. Wie ihre Vorgängerinnen wurde auch sie live mitgeschnitten und wird beim Label Coviello als CD erscheinen. 

Wie fast alle frühen Verdi-Opern sind auch die «Foscari» ...

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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 36
von Uwe Schweikert

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