Gelächter am Abgrund

Claudia Bauer und Peer Baierlein verwandeln die «Ursonate» von Kurt Schwitters am Deutschen Theater Berlin in ein dialektisch-dadaistisch durchdrungenes Grand Guignol der Absurditäten

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Im Anfang ist, nein, nicht das Wort. Im Anfang ist die Musik. Eine zarte, sirenengleich aus dem Graben ansteigende, sich nach und nach intensivierende Melodie des Violon -cellos schwebt durch den Saal, bald begleitet vom sanften Schnarren des Schlagzeugs. Auf einer ständig hin und her flackernden Bildprojektion (Video: Jan Isaak Voges, Live-Kamera: Daniel Sorg) sieht man unterdessen, wie sich eine achtköpfige Menschenschar in einer Art Vorraum tummelt, aufgeregt tuschelnd und garstig gackernd wie ein Hühnerhaufen, nur weitaus eleganter gekleidet.

Vanessa Rust hat die vier Schauspielerinnen und vier Schauspieler sämtlich in schmucke Brautgewänder gesteckt und ihnen die Haare so hoch und so schrägschrill toupiert, dass man sich auf einer Hochzeitsparty voller Verrückter wähnt. Aber das stellte sich schon bald als gewaltiger Irrtum heraus.

Kein Wunder, das Stück, das im Deutschen Theater Berlin zu sehen und zu hören ist, heißt «Ursonate» und wurde von seinem Schöpfer in einem neunjährigen Ringen mit Lauten und Lautmalereien, Formen und Formlosigkeiten sowie mit Sinn und Nicht-Sinn zwischen 1923 und 1932 zu Papier gebracht, gleichsam als poetisch-politische Reflexion auf jene prekäre ...

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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Im Fokus, Seite 22
von Jürgen Otten

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