Gefangen in der Wiederholungsmaschine?
Peter Konwitschny (Regisseur): Woher kommt unser Theater? Es ist in Griechenland entstanden. Und zwar in Zusammenhang mit der Entstehung der Polis, einer demokratischen Verfassung, des Staates. Im Zentrum stand der Dialog. Alle freien Bürger gingen ins Theater und diskutierten über das, was sie gesehen hatten. «Die Perser» zum Beispiel. Oder «Antigone». Das war keine Unterhaltung. Da wurden existenzielle Themen verhandelt, die alle angingen. Das Theater war nicht irgendeine Nebensache, es stand mitten im Leben, mitten in den Auseinandersetzungen.
Ich finde, dass Theater heute nichts anderes ist. Die Stücke, ob Musiktheater oder Schauspiel, drehen sich um unsere innersten Probleme. Wenn man «Die Perser» ernst nehmen würde – natürlich setze ich eine gute Inszenierung voraus –, dann käme kein Mensch mehr auf die Idee, Krieg zu führen. Theater hat immer auch einen Auftrag. In diesem Sinn ist es für mich politisch.
Lydia Steier (Regisseurin): Ich bin in den USA aufgewachsen. Dort gibt es kein politisches Musiktheater. Jedenfalls keines, das mit der zeitgenössischen Theaterkultur in Deutschland vergleichbar wäre. Das würde niemand finanzieren. Und deshalb bekommt es auch niemand zu ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Politisches Musiktheater, Seite 24
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Die Londoner Wigmore Hall gilt als Mekka des Liedgesangs, und Robin Tritschler hat sich den Weg dorthin nicht erschlichen. Der junge Ire – kein Deutscher, wie man aufgrund des Namens vermuten könnte –, ist Absolvent der Royal Irish Academy seiner Heimatstadt Dublin sowie der renommierten Königlichen Akademie in London und Träger des Kathleen-Ferrier-Award, war...
Gleich in der ersten Szene erscheinen Amando und Amanda als Sophie und Octavian aus dem «Rosenkavalier»: Und wäre nicht zuvor Ligetis schräge Autohupenfanfare erklungen – man wähnte sich im falschen Stück. Die Essener Philharmoniker unter Dima Slobodeniouk intonieren den flirrenden Klangzauber dieser Passage so süffig, und Elizabeth Cragg und Karin Strobos singen...
