Geerdet, um abzuheben

Edita Gruberova feiert ihren Siebzigsten – und demnächst goldenes Bühnenjubiläum

Opernwelt - Logo

Die Kaiserin hat sie dieses Mal nicht getroffen. Vier Jahre ist es her, dass Edita Gruberova in Tokio den erschrockenen Taxifahrer aufforderte, sie zum Palast zu bringen. Ihre Hoheit hatte zum Privatissimum gebeten, um selbst am Klavier einige Lieder zu begleiten. Zwei Regentinnen unter sich, musizierend, dann beim Tee, gern wäre man bei diesem Gipfeltreffen dabei gewesen. «Non regno», der Ausruf Elisabettas, von Gruberova am Ende von Donizettis «Roberto Devereux» stets mit zittrigem Nachdruck deklamiert, er stimmt ja noch immer nicht. Natürlich regiert la assoluta weiter. Am 23.

Dezember wird sie 70, und gerade war sie wieder in Japan. Mit Norma, der wohl anspruchsvollsten Partie des Belcanto. Weil sie es wissen will. Weil sie mit eiserner Disziplin bei der Sache bleibt. Und weil sie spürt, was sie ihren Fans schuldig ist, von denen es in Fernost die extremistischsten gibt.

Der Terminkalender ist folglich weiter gefüllt. Lange hält es die Gruberova nicht aus in ihrem Haus unweit des Zürichsees. Und wenn, dann um sich in ihrem Garten selbst an die Pflege von Blumen und Beeten zu machen. Dieses Umgraben, dieses Wühlen im Boden mit bloßen Händen entspanne sie einfach, sagt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Knallige Wiedergeburt

Secco-Rezitative? Frauen in Hosenrollen? Im Neapel des frühen 19. Jahrhunderts galt das schon als altmodisch, jedenfalls an den kleineren Theatern. Man zog den Mezzos hohe Tenöre vor, an die Stelle der Rezitative traten gesprochene Dialoge – wie im Singspiel oder der Opéra comique, bloß im neapolitanischen Dialekt. Für die Premiere von «Olivo e Pasquale» 1827...

Überfällig

Ob das womöglich die beste britische Oper seit Jahren sei, fragte sich eine Rezensentin von «Opera today» 2014 anlässlich der Uraufführung von Luke Bedfords Kammeroper «Through His Teeth» im Linbury Studio an Londons Covent Garden. Wie überhaupt die Kritiker Begeisterung zeigten angesichts dieses kleinen Werks, das ursprünglich nur eine Art Beiprogramm zur...

Hatschi!

Rechts steckt die Dame vom Sicherheitsdienst ihre Nase in den Rucksack eines Studenten. Ein Riesenriechorgan aus Latex. Und links an der Saaltür blitzen von der Schulter des Programmverkäufers goldene Epauletten: Das Einlasspersonal, das die schnatternden Massen durch das baubedingt unübersichtliche Foyer schleust, stimmt schon mal auf Schostakowitschs «Nase» ein.

...