Verkehrte Welt

Das Theater Heidelberg entreißt Hans Gáls fantastisch-komische Märchenoper «Die heilige Ente» dem Vergessen

Ein Spiel mit Göttern und Menschen» nennen die Autoren, die Textdichter Karl Michael von Levetzow und Leo Feld sowie der Komponist Hans Gál, im Untertitel ihre 1923 in Düsseldorf uraufgeführte komische Oper «Die heilige Ente». Das Stück war seinerzeit höchst erfolgreich und erlebte bis 1933 mehr als 20 Inszenierungen. Der 1890 geborene Österreicher Gál, zuletzt von 1929 bis 1933 Direktor des Mainzer Konservatoriums, gehörte zu den vielen von den Nazis vertriebenen jüdischen Künstlern, denen es nicht gelang, nach 1945 im Musikbetrieb wieder Fuß zu fassen.

Der stilkonservative Spätromantiker, der wie Walter Braunfels und Erich Wolfgang Korngold an der erweiterten Tonalität festhielt, wurde von der Zeit überrollt. Als er 1987 im Alter von 97 Jahren in Edinburgh starb, war es der Musikschriftsteller (mit immer noch lesenswerten Büchern über Schubert, Brahms, Wagner und Verdi) und nicht der Komponist, an den man sich erinnerte. Inzwischen liegt ein Großteil seines umfangreichen Schaffens – Symphonien, Konzerte, Kammer- und Klaviermusik – auf CDs vor, darunter auch die tragische Oper «Das Lied der Nacht», die 2017 in Osnabrück erfolgreich wiederaufgeführt wurde.

Gáls jetzt in ...

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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Uwe Schweikert