Fünfundvierzig Tonnen Technik

Bei der «Rheingold»-Premiere der Met sitzt James Levine am Pult – zum ersten Mal wieder nach langer Krankheit

Opernwelt - Logo

Die Met eröffnete ihre Saison mit dem Auftakt eines Unternehmens, das für das Haus sowohl in finanzieller als auch in künstlerischer Hinsicht von großer Bedeutung ist: Als erste Lieferung der lange angekündigten Neuproduktion des «Ring»-Zyklus präsentierte man «Das Rheingold» in der Regie von Robert Lepage. Rund 16 Millionen Dollar, so wird berichtet, umfasse das Budget für die vier Abende, zusätzlich fielen zwei Millionen Dollar als Sonderausgaben für die Verstärkung der Bühnenstatik an.

Schnell wurden angesichts solcher Gigantomanie Erinnerungen an Franco Zeffirellis wahnwitzigen Ausstattungsaufwand für Samuel Barbers «Antonius und Cleopatra» wach – mithin an jene Produktion, die 1966 das neue Met-Domizil im Lincoln Center eröffnete und sogleich die Bühnentechnik (samt Barbers Opernkarriere) ruinierte.

Derzeit gibt es viel Anlass, sich um die wirtschaftliche Verfassung der Met zu sorgen, zumal die nationale und internationale Finanzkrise nach wie vor andauert. Zwar hat sich die HD-Initiative des Hauses als Publikumserfolg erwiesen: Die weltweite (Live-)Übertragung zahlreicher Met-Produktionen in Kinos und via Internet hat das Haus auch einem Massenpublikum bekannt gemacht. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von David Shengold

Vergriffen
Weitere Beiträge
Geduld ist alles

Ein Geist schwebt über den Wassern. Im glitzernden Leibchen scheint Maura Morales aller Erdenschwere enthoben. «Ein Sturm weht», heißt es zuvor in einer Leuchtschrift, der «Engel der Verzweiflung» hängt nicht einfach in den Seilen, sondern stürzt sich wenig später mal kopfüber, mal kopfunter in ein Geschehen, das ihm am Ende nicht unbedingt gut bekommen soll.

Ein...

Die zweite Wirklichkeit

Mumbai schwitzt. Selbst um Mitternacht sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit dafür, dass man sich nach besseren Klimaanlagen sehnt. Aber die tropische Hitze ist nicht das Hauptproblem dieser Stadt. Auch nicht der Verkehr, die miserable Luft, der Lärm. Nein, Mumbai, das einmal Bombay hieß, ist einfach zu voll. Mehr als 16 Millionen Menschen leben hier. 2015 werden es nach...

«Ich wusste, dass ich das kann»

Mr. O’Neill, Sie singen sich gerade im Turbotempo durch das schwere Fach: Max und Florestan, Siegmund und Lohengrin, Samson und Otello – wird Ihnen da nicht manchmal schwindlig?
Ja, manchmal wache ich nachts auf und frage mich, ob das alles wirklich wahr ist. Aber es ist nun mal so. Die Karriere ist in den letzten zwei Jahren durchgestartet, und jetzt bin ich ein...