Friedhofsruhe
Parma versteht sich als Verdi-Stadt, wenn nicht gar als Verdi-Stadt par excellence. Dabei hat der Komponist nie dort gelebt. Keine einzige seiner Opern kam dort zur Uraufführung. Gewiss: Verdi wurde in einem Dorf geboren, das zur Provinz Parma gehört. Aber über ein halbes Jahrhundert lang residierte er auf dem Landgut Sant’Agata in der Provinz Piacenza, ökonomisch war seine Hacienda – wie schon Busseto, das Städtchen seiner Schulzeit, – nach Cremona orientiert.
Parma: ein Festival ohne Profil
Auch wenn es Nicht-Parmigiani vielleicht schwer nachvollziehen können: Parma ist sehr stolz auf «seinen» Verdi. Und leistet sich deshalb ein «Verdi Festival». Als Formel hat sich in den letzten Jahren ein mehrwöchiges Programm im Oktober mit je drei bis vier Aufführungen von zwei Neuinszenierungen im – wunderschönen – Teatro Regio eingespielt. (Eröffnet wurde dieses Haus 1829 als Teatro Ducale, mit einer Bellini-Uraufführung. Obwohl Parma nie die Residenz eines Königs gewesen ist, wurde das Theater 1849 in ein «königliches» umgetauft; eine plausible Erklärung ist nicht zu finden.)
Dieses Festival zieht manch ausländischen Besucher in die Stadt mit ihren atemberaubenden Kunstdenkmälern – übrigens ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Essay, Seite 54
von Anselm Gerhard
Frau Rae, Frankfurt war Ihr Erstengagement, seitdem sind Sie dort. Hatten Sie das so geplant?
Ich dachte erst, ich bleibe nur zwei oder drei Jahre. Intendant Bernd Loebe und ich sprechen jedes Jahr miteinander, um zu entscheiden, welche Partien richtig und wichtig für mich sind. Und so ging es immer weiter. Es ist gut, ein solches Zuhause zu haben. Wenn man nur...
Im Internet liest sich das alles vielversprechend. Die Frage habe ihn immer fasziniert, schreibt Csaba Káel, der Regisseur von Carl Goldmarks «Königin von Saba» an der Budapester Staatsoper im Erkel-Theater, was geschehe, «wenn voneinander abweichende Kulturen bzw. deren Vertreter aufeinander treffen ...» Seit Ungarns prekärer Rolle in der gegenwärtigen...
Kleingeistige Tyrannen, Odalisken, Harems, grausame Bestrafungen und dergleichen mehr wurden – als Versatzstücke einer dem Exotismus huldigenden Kunst – bereits seit Rossinis «L’italiana in Algeri» verspottet, als Verdi sich mit «Il corsaro» (1848) zum zweiten Mal einer Vorlage Lord Byrons widmete. Nach den politisch aufgeladenen «Due Foscari» (1844) geriet die...
