Fliegende Gottesfunken

Michael Berger folgt in seinem Buch «Vergessene Stimmen« den weitverzweigten Spuren jüdischer Kantoren und Opernsänger

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Seinen Namen kennen vermutlich nur wenige Eingeweihte. Dabei war Gerschon Sirota zu Lebzeiten eine Legende – und spätestens seit seinem Debüt am 13. März 1921 an der Metropolitan Opera in New York zumindest in den USA auch ein Star. Vor ausverkauftem Haus sang der «jüdische Caruso» an diesem Abend, an der Orgel einfühlsam begleitet von seinem Sohn Naftali, ein rein jüdisches Repertoire, darunter das «Av Horachamim», «Retzei», «Adon Olam», die Lieder «A Din Torah mit Gott», «A Dudele» sowie gemeinsam mit seiner Tochter Helena einige geistliche Duette.

Wer geglaubt hatte, mit solchen Stücken könnte man auf einer großen Opernbühne nicht reüssieren, sah sich getäuscht. Das Publikum, in dem jede Menge künstlerische Prominenz saß, so etwa der Taktstock-Titan Arturo Toscanini, die Operndiva Alma Gluck und der berühmte, ebenfalls jüdische Sänger Joseph Schwarz, war «von den Socken». Auch der Kritiker der Zeitschrift «Musical America» machte keinen Hehl aus seiner enormen Begeisterung: Nach anfänglicher Zurückhaltung sei Sirotas Stimme «warm» geworden: «Der bis dahin auf seiner Stimme liegende Schleier hob sich, und dahinter strömte der für Sirota typische Heldentenor hervor, mit seiner ...

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Opernwelt 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 57
von Jan Verheyen

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