Fliegende Fische

Bellini, Donizetti, Rossini: Vom schwierigen Umgang mit Belcanto-Stücken auf der (TV-)Bühne

«Oper im Fernsehen hat etwas vom fliegenden Fisch: Sie versucht sich in einem Element, das eigentlich nicht das ihre ist ...» Dies ist, mit Verlaub, ein Selbstzitat – vor mehr als zwei Jahrzehnten (OW 12/1994) stellten wir dies im Zusammenhang mit Empfehlungen von Opern auf Video und DVD (damals Laser-Disc) fest. Und es scheint sich wenig geändert zu haben – zumindest angesichts der hier besprochenen DVDs.

Noch immer erfreuen sich TV-Regisseure beispielsweise an Close Ups, lassen Kameras sich insdiskret an Sängergesichtern festsaugen, enthüllen dabei oft auch darstellerische Unbeholfenheiten und die Flucht in Klischees. Eine sachliche Dokumentation aus der Totalen wäre vielleicht diskreter. Etwa bei Bellinis «Norma» aus dem Liceu in Barcelona. Nicht, dass Kevin Newburys beliebig-zeitlos-modernistische Inzernierung unbedingt dokumentiert werden müsste. Doch die schonungslos auf die Sänger zugreifende Kamera enthüllt beispielsweise bei Sondra Radvanovsky (Titelpartie) die Eigenheit, den Ton gegen die obere Zahnreihe zu platzieren – eine gesangstechnische Praxis, die häufig dazu führt, die Stimme zu «halten», nicht frei auf der Luft strömen zu lassen (was auch bewirken kann, dass das ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Gerhard Persché