Fixstern Mozart

Antonello Manacorda im Gespräch über die Tugend des Zuhörens, Bescheidenheit und darüber, was man von schlechten Dirigenten lernen kann

Herr Manacorda, Sie haben im Frühjahr, kurz vor Ausbruch der Corona-Krise, am Brüsseler Théâtre La Monnaie noch Mozarts drei Da-Ponte-Opern als zusammenhängenden Zyklus dirigiert, den Jean-Philippe Clarac und Olivier Delœuil als verzahnte Fortsetzungsgeschichte erzählen. Wie lange haben Sie sich auf dieses Experiment vorbereitet?

Insgesamt mehr als zwei Jahre! Ein großes, dramaturgisch sehr mutiges Projekt. Ich war zum Glück intensiv in die Konzeptionsgespräche eingebunden und konnte so verhindern, dass das Ganze zu einem wilden Pasticcio mutiert.

Anfangs war nämlich geplant, alles zu vermischen, also radikal auch in die musikalische Substanz einzugreifen. Das habe ich blockiert. Die drei Da-Ponte-Opern sind mir heilig; jede ist trotz gewisser Gemeinsamkeiten und großer Unterschiede in sich abgeschlossen und perfekt.

 

Die Verschränkungen, Verschiebungen und Überblendungen der drei Werke fanden auf der Bühne statt. Durch die vielen Videos und gleichzeitige Anwesenheit des gesamten Personals geriet das Ganze jedoch szenisch überaus kompliziert. Wie viel Zeit gab es für die Poben?

Nur knapp vier Monate – ein sportliches Timing für ein Haus, das eine Premiere normalerweise in sechs ...

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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Interview, Seite 38
von Regine Müller