Faustisches Ringen

Aslund: Der Steppenwolf Würzburg / Mainfrankentheater

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Hermann Hesses autobiografischer Roman «Der Steppenwolf» aus den 1920er-Jahren wurde nach 1968 nochmals zu einer Art Kultbuch: Als Chiffre für Antibürgerlichkeit war die Berufung auf das Wildtier ein Faszinosum. Erstaunlich eigentlich, dass Hesses multimotivischer, multiperspektivischer Roman bisher für die Opernbühne unentdeckt blieb. Was Hans Werner Henze, Giselher Klebe, Aribert Reimann, Volker David Kirchner versäumten, holte jetzt der Schwede Viktor ­Aslund nach.

Der gesottene Theatermann Rainer Lewandowski stellte ihm ein geschickt gebautes, die Facetten des Romans an vielen Zipfeln fassendes Textbuch zur Verfügung, und das Mainfrankentheater Würzburg spannte beachtliche Kräfte und Ressourcen an, um das anspruchsvolle dreistündige Werk seines ehemaligen Kapellmeisters zur Uraufführung zu bringen.

Die Oper kann das gleichsam zentrifugale P­otenzial des Stoffes sogar leichter entfalten als der Roman. Lewandowski spaltet die Hauptperson in zwei verschiedene Bühnenfiguren auf, die ständig mit- und gegeneinander agieren als Verbildlichung des Rimbaud-Prinzips «Ich ist ein Anderer». Thematisch passende Gedichte Hesses werden ins ­Libretto integriert, um dessen ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hans-Klaus Jungheinrich

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