(Fast) alles kommt ans Licht

Lotte Thaler spricht mit Wolfgang Rihm

Opernwelt - Logo

Wie schwer es ist, über einen Komponisten zu schreiben, der selbst so sprachmächtig ist, dass man staunend nicht nur vor dem Werk, sondern auch vor den Worten ihres Schöpfers steht, das hat sich auch im Fall von Wolfgang Rihm wieder schmerzvoll bewahrheitet. Wie man ihm vielleicht näher kommt, ohne ihm zwanghaft nahe sein zu wollen – das wiederum beweist Lotte Thalers Gesprächsband mit Rihm «Alles kommt ans Licht», erschienen im kleinen Wolke Verlag. 

Der Titel dieses schmalen, feinen Bandes führt, absichtsvoll oder nicht, in die Irre.

Es kommt eben nur bedingt alles ans Licht. Rihm liebt die Paraphrase, das Uneindeutige. Nicht aber, weil er kokett wäre. Für ihn, den Komponisten, ging es stets darum, den unbedingten Willen zur Freiheit zu bewahren. Sich selbst, aber auch anderen. Seine Gesprächspartnerin, die ihn aus gemeinsam verbrachten Studienzeiten am Musikwissenschaftlichen Seminar in Freiburg trefflich kennt, versucht deswegen auch erst gar nicht, den «Kontinent Rihm» (wie eine ihm gewidmete Reihe bei den Salzburger Festspielen übertitelt wurde) zu erkunden. Thaler tastet sich behutsam vor, indem sie nach den Werkinhalten fragt, nach den Besonderheiten jedes einzelnes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt 6 2022
Rubrik: Magazin, Seite 97
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Extrem lernfähig

Herr Rustioni, Sie haben an der Oper Lyon eine neue Position. Was unterscheidet einen Musikdirektor vom Chefdirigenten?
Das bedeutet mehr Verantwortung. Nun entscheide ich zum Beispiel auch mit bei der Einladung von Gastdirigenten. Der neue Intendant Richard Brunel, Operndirektor Jochen Breiholz und ich kümmern uns um die großen Linien für die Spielzeiten. Es gibt...

IMPROVISATION IST TRUMPF

Wie oft haben wir schon einen «Così fan tutte»-Abend verbracht – beseelt von dieser in musikalischer Hinsicht berührendsten der drei Mozart-Da-Ponte-Opern, aber unzufrieden mit der szenischen Umsetzung. Es ist aber auch ein Schwieriges um diese erotische Versuchsanordnung mit den gemischten Doppeln (Fiordiligi und Guglielmo hier, Dorabella und Ferrando dort) sowie...

REFLEKTION, RESONANZ, RESÜMEE

ICH BIN SEHR DANKBAR
Laura Berman
Staatsoper Hannover

Seit ich 1983 nach Deutschland kam, lese ich die «Opernwelt». (Na ja, ich habe damals mit dem Magazin quasi Deutsch lesen gelernt!) Für Opernmacher:innen ist die Zeitschrift extrem wertvoll – zum Beispiel, um über die Arbeit von Kolleg:innen weit und breit gut informiert zu bleiben. Im enthusiastischen und...