Erkennst du ihn?

In jederlei Hinsicht mehr als beachtlich: Wagners «Parsifal» in Hagen und Koblenz

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Richard Wagners «Parsifal» verlangt nicht das innovative, blechgepanzerte Orchester des «Rings» und keine konditionell grenzwertigen Gesangspartien à la Brünnhilde und Siegfried. Dennoch ist das «Bühnenweihfestspiel» mit seinem charakteristisch tiefgelegten Klang aus Streicher-Chiaroscuro und dominanten Männerstimmen (auch im Chor) ebenso offensichtlich für hochspezialisierte Fachkräfte geschrieben, wie man sie zu Wagners Zeiten nur an den großen Hofopern und eben in Bayreuth zur Verfügung hatte.

Was daran erinnert, dass Wagner die Festspiele auf dem Grünen Hügel mit ihren handverlesenen Ensembles nicht (nur) aus Größenwahn, sondern vor allem aus Unzufriedenheit mit den unzulänglichen Aufführungen der zeitgenössischen «Provinzbühnen» gründete. 

Mittlerweile aber hat sich das Niveau der zweiten und dritten Häuser im Lande durch das internationale Musiker- und Sängerangebot so gesteigert, dass auch die großen Wagner-Dramen längst nicht mehr als «zwangvolle Plage» und belächelter Renommierakt für städtische Honoratioren erscheinen. Sicher sind die Anstrengungen für ein mittelgroßes Theater grenzwertig: Um Gäste für die großen Partien kommt man nicht umhin, das Orchester muss für ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Michael Struck-Schloen

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