Ensemblekultur

Mozarts «Zauberflöte» unter Otto Klemperer, 1962 an der Royal Opera in London aufgezeichnet

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Als im Januar 1962 an der Londoner Covent Garden Opera der Vorhang zu einer neuen «Zauberflöte» unter Otto Klemperers Leitung aufging, waren die Erwartungen hoch – galt seine Einstudierung des «Fidelio» im Vorjahr doch als Offenbarung. Der Mozart aber geriet zur Enttäuschung, vor allem szenisch (der Maestro hatte sich ausbedungen, selbst die Regie zu übernehmen). Aus heutiger Sicht unbegreiflich ist die harsche Kritik an Klemperers Bestehen auf der Originalsprache, doch bis dato war das beliebte Stück hier ausschließlich in der Landessprache gegeben worden.



Das britische Label Testament hat nun den Mitschnitt der Premiere erstmals auf CD veröffentlicht, ein Dokument, das nicht nur für Nostalgiker und Verehrer des Dirigenten von Interesse ist. Dem späten Klemperer wurde oft ein Hang zu breiten, manchmal schwerfälligen Tempi vorgeworfen. In der Tat sind viele Nummern – etwa das Entree der Königin – extrem langsam, doch die Tempi sind flexibel: Die Papageno-Szenen klingen beschwingt, die Sarastro-Auftritte sind nicht weihevoller als nötig, und die Pamina-Arie nimmt Klemperer deutlich rascher als Furtwängler oder Böhm, die wie er noch einem romantischen Mozart-Ideal huldigen. Die ...

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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Ekkehard Pluta

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