Ein Sportstück

Nigel Lowery inszeniert im Schlosstheater Schwetzingen Grétrys Zaubermärchenoper «Zemira e Azor» als Fußball-Ballett

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Die Herzen lassen sich nicht betrügen, aber Augentäuschungen zeigen sich allerorten. Von der Weihnachtsmärchen- geht es zur Barocktheaterillusion, vom Zimmer eines Riesen mit gigantischer Milchtüte der Hausmarke «si!» zum Schwetzinger Schlossgarten mit dem attraktiven Bild «Das Ende der Welt» am Ende eines Laubengangs. Selbst die tristen Pfeiler einer Autobahnbrücke, auf der weit oben melancholisch der Feierabendverkehr entlangzieht, sind mit den Mitteln bemalter und reizvoll ausgeleuchteter Prospekte darzustellen.

Da hat einer in Ruhe getüftelt, und so viel Schauwert ist selten im regelmäßig bespielten Rokoko-Bau von Schwetzingen.

Auch die Ohren staunen. Die Oper «Zemira e Azor» tritt uns musikalisch als quicklebendiges Mischwesen entgegen, zwischen Barock, Mozart und Belcanto. Die Musik atmet dabei Freiheit und Individualität, als dürfte sie ohne Korsett auftreten, was zwar nicht möglich ist in einer französischen Oper des 18. Jahrhunderts. Aber André-Ernest-Modeste Grétry (1741–1813) und sein Librettist Jean-François Marmontel (1723–1799) gehen schon relativ weit in einer anmutigen und unmittelbaren Verknüpfung von Wort und Note.

Indem sie auf einen Stoff aus den lyrischen ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Judith von Sternburg

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