Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück
Eigentlich könnten sie in Pesaro ja hoch zufrieden sein. Von der Herablassung, mit der noch in den sechziger Jahren die großen Opern Gioacchino Rossinis behandelt wurden, kann längst keine Rede mehr sein, und auch wenn «Barbiere» und «Italiana» wohl auf ewig die Aufführungsstatistiken dominieren werden, nehmen Dirigenten und Intendanten inzwischen auch Werke wie «Otello» und «Semiramide» ernst, spielen sie in den historisch-kritischen Editionen, die in der Geburtsstadt des Meisters im Verlauf von achtundzwanzig Festival-Jahren präsentiert worden sind.
Doch was nun? Jetzt, da die editorische Arbeit im Großen und Ganzen getan ist und nur noch Fußnoten zu ergänzen sind? Was braucht es noch Rossini-Festspiele, wenn man ein Werk wie den «Otello» auch an einem ehrgeizigen Stadttheater wie Weimar zu sehen bekommt – und das sogar sehr überzeugend? Droht das Festival zur bloßen Urlaubsattraktion für Kulturtouristen abzusinken, oder schaffen es die Verantwortlichen um den künstlerischen Leiter und Rossini-Doyen Alberto Zedda, ihr Festival zum Rossini-Bayreuth zu adeln – zu dem Ort, an dem (idealerweise) musikalische und szenische Maßstäbe im Umgang mit dem Œuvre Rossinis gesetzt werden?
So ...
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Wenn’s denn ein Kalauer sein darf: Das Auge war in aller Munde. Johannes Leiacker hat es für Giacomo Puccinis «Tosca» auf der 700 Tonnen schweren und sieben Millionen Euro teuren Bregenzer Bodenseebühne entworfen, 50 Meter breit, 30 Meter hoch. Seine Pupille kann ausgeklappt, gedreht und geschwenkt werden. Dann ist sie die zentrale Spielfläche. Das Bregenzer Auge...
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