Ein Hoch auf die Künstlichkeit
Dem Publikum im römischen Teatro delle Dame gefiel das Werk nicht, mit dem Pietro Metastasio sich 1728 als Librettist in der heiligen Stadt vorstellte. Dabei hatte der junge Dichter sich mit seinem Operntext größte Mühe gegeben und ein abwechslungsreiches Drama geschaffen, das dem Komponisten Leonardo Vinci eine ideale Vorlage bot. Im Mittelpunkt steht Cato der Jüngere (Catone), ein erklärter Gegner Caesars (Cesare), der nach Utica in Afrika floh, nachdem Pompeius, auf dessen Seite Cato stand, im Kampf unterlegen war.
Caesar besiegte auch die Reste der gegnerischen Armee und erklärte sich zur Versöhnung mit Cato bereit. Als prinzipientreuer Verteidiger der Republik lehnte Cato dieses Angebot jedoch ab und wählte den Freitod.
Metastasio übernahm den historischen Handlungsrahmen, reicherte ihn aber mit operntypischen Elementen an. Zu den beiden Kontrahenten Cesare und Catone treten Marzia, die Tochter Catones, die mit Cesare eine geheime Liebesbeziehung unterhält; Emilia, die Witwe Pompeius’, die den Tod ihres Mannes rächen will, aber auch ein Auge auf den römischen Senatsgesandten Fulvio geworfen hat; schließlich der numidische Prinz Arbace, der Catone im Kampf gegen Cesare ...
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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Thomas Seedorf
Kaum zu fassen, dass das Publikum der Pariser Opéra Bastille ganze 112 Jahre auf Ernest Chaussons Meisterwerk «Le Roi Arthus» warten musste! Die Oper wurde 1903 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel uraufgeführt, kam also ein Jahr nach Debussys «Pelléas et Mélisande» heraus – und vier Jahre, nachdem der Komponist mit seinem Fahrrad verunglückt war. Chaussons...
Alle benutzen die griffige Abkürzung: ENOA. Das steht für «European Network of Opera Academies». Zusammengeschlossen hat man sich, um zwei Ziele zu verfolgen: Jungen Sängern, Regisseuren, Komponisten, Dirigenten und Orchestermusikern will man ein internationales Podium bieten; außerdem die Diskussion um die Zukunft der Gattung befördern. Vor allem aber ist ENOA...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752280
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.06.2015
Redaktion
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Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
