Editorial
Seit dem 1. April erheben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wieder einmal höhere Gebühren. Von 16,15 Euro auf 17,03 Euro ist die Monatsabgabe gestiegen, die jeder Bundesbürger entrichten muss, der zu Hause gelegentlich den Fernseher oder das Radio einschaltet. ARD und ZDF, die beiden größten Nutznießer dieser Gelder, können mit Mehreinnahmen in Höhe von 350 Millionen Euro per annum rechnen. Insgesamt werden die vom Gebührenzahler Jahr für Jahr eingetriebenen Einkünfte damit auf mehr als 7,2 Milliarden Euro anwachsen.
Gleichwohl sind aus den Anstalten lautstarke Klagen zu vernehmen. Die Qualität und Vielfalt des Programms seien gefährdet, hieß es, empfindliche Einschnitte unvermeidlich. Notstandsstimmung allenthalben. Allein der Bayerische Rundfunk (BR) müsse bis 2008 einen Fehlbetrag von rund 54 Millionen Euro ausgleichen, gab BR-Intendant Thomas Gruber, dem seit Jahresbeginn gleichzeitig der ARD-Vorsitz obliegt, zu Protokoll. Der Südwestrundfunk (SWR) erwarte im fraglichen Zeitraum sogar ein Minus von bis zu 150 Millionen Euro, stöhnte Grubers Stuttgarter Kollege Peter Voß. Wohl nicht ganz zufällig sind es diese beiden Herren, die sich, was die zu ergreifenden ...
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