Durch ein Meer an Tränen
Unter dem etwas kryptischen Titel «Maria Mater Meretrix» – frei verdeutscht «Heilige, Mutter, Hure» – legt die Sopranistin Anna Prohaska ihr jüngstes Konzeptalbum beim Label Alpha Classics vor. Diesmal hat sich die singende Extremistin mit einer ebenso radikal kompromisslosen Kollegin, der Geigerin Patricia Kopatchinskaja, verbündet.
Die beiden absolvieren, unterstützt von der Camerata Bern, in einem provokanten und doch gänzlich unideologischen Programm-Mix einen Ritt durch fast tausend Jahre Musik -geschichte, von der mittelalterlichen Hildegard von Bingen bis zum ame -rikanischen Minimalisten George Crumb. Stets geht es dabei um das widersprüchliche Bild von der Frau als Heilige und Hure, wie es die christliche Kultur mit Maria und Maria Magdalena, den beiden bei der Kreuzigung anwesenden Frauen, auch in der Kunst bis heute meist verklärt und nur selten kritisch beleuchtet hat.
Entsprechend unkonventionell, ja krass ist das musikalische Spektrum und ebenfalls der interpretatorische Zugriff. Zarteste Klänge wie in Gustav Holsts archaisierendem Lied «Jesu Sweet» oder in Lili Boulangers auf dem Sterbelager ihrer Schwester Nadia in die Feder diktierten «Pie Jesu» treffen auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 52
von Uwe Schweikert
SPIELPLÄNE
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Purcell, King Arthur: 30.9. (P), 7.10., 8.10., 15.10, 28.10.
ML: Ward, I: Štorman, B: Wohler, K: Aust, C: Klomp, S: Collett, Jerosme, Lustaud, Macías, Ruvalcaba, Vallés
Annabe...
Just als Jewgeni Prigoschin sich mit seiner schwerbewaffneten Wagner-Truppe auf Moskau zubewegte, wurde im Bolschoi-Theater Schostakowitschs Oper «Lady Macbeth von Mzensk» (in der revidierten Version, als «Katerina Ismailova») gespielt, und einige Zuschauerinnen und Zuschauer dachten für einen Moment, sie würden nach der letzten Gefängnisszene auf die Straße gehen...
Das Cover, nun ja, ein bisschen arg artifiziell ist es schon. Es präsentiert eine junge Frau mit kritisch-herbem, zur Seite gerichteten, beinahe abweisenden Blick; Lippen und Teile der Schulter sind mit Goldstaub bedeckt. Aber das Bild passt zum Titel des Albums, das Robyn Allegra Parton aufgenommen hat: «Burnished Gold» bedeutet so viel wie «poliertes Gold». Und...
