Drei Frauen
In Glyndebourne dreht sich der Festivalsommer diesmal – durch die Corona-Anpassungen etwas prononcierter als vorgesehen – um die Pole Ehepflicht und Liebe, so fasst Artistic Director Stephen Langridge es zusammen. Man könnte aber auch sagen: um Frauen und ihre Schicksale. Um ihre Versuche, persönliche Bedürfnisse zu verwirklichen, obwohl ihnen gesellschaftlich wie ökonomisch kaum Wege offenstehen.
In den Neuproduktionen kommt die junge Liebe vor mit Verdis Luisa Miller, der wegen der elterlichen Opposition gegen die Verbindung mit Rodolfo nur der Tod oder ein Leben am Bettelstab bleiben. Dann sind da Janáčeks «Katja Kabanowa» und Fiorilla in Rossinis «Il turco in Italia», die ihren unerfreulichen Ehen durch Affären zu entkommen suchen. Während ihre Liebhaber sich ohne große Moralpredigt davonmachen dürfen, stürzt die zerstörte Katja sich am Ende in die Wolga, findet Fiorilla sich mittellos auf der Straße wieder, nur um in einem aus heutiger Perspektive völlig ungenießbaren «Happy End» schlimm gedemütigt zu werden. Der Treuetest, dem Fiordiligi und Dorabella in der Wiederaufnahme von «Così fan tutte» unterzogen werden, hinterlässt einen ähnlich hässlichen Beigeschmack. Konzertant ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Festspiele Glyndebourne, Seite 32
von Wiebke Roloff Halsey
JUBILARE
Julia Varady erhielt ab dem 14. Lebensjahr Gesangsunterricht am Konservatorium von Bukarest bei Arta Florescu. Ihr Debüt gab sie 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie etwa als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» oder Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte...
Sie hat nur einen kurzen Auftritt. Die Jukebox, die Detlef Heusingers «chronologischem Musiktheater» den Namen verleiht: «Jukeboxopera». Sie verschwindet nach der ersten Szene in der Versenkung der Bühne des Theaters Freiburg. Mehr als eine Initialzündung ist sie nicht. Das rund 100-minütige Werk des Komponisten und künstlerischen Leiters des Freiburger...
Frau Parton, hat Ihr Heimatland Großbritannien durch den Brexit eine höhere Autonomie erlangt, oder ist das ganze Gegenteil der Fall?
Der Brexit ist eine Katastrophe, nicht nur politisch, sondern auch für die Kunst, insbesondere die Oper. Nichts ist seither leichter geworden, im Gegenteil: Die Situation für britische Künstler hat sich signifikant verschlechtert....
