Don Quijote auf Speed
An der Wiederentdeckung des Opernkomponisten Antonio Vivaldi hat «Orlando Furioso» gewichtigen Anteil: Die weltweit ausgestrahlte szenische Produktion dieser Oper anlässlich des Vivaldi-Jahres 1978 mit Marilyn Horne in der Titelrolle machte ein breites Publikum erstmalig darauf aufmerksam, dass Händel nicht der einzige Barockkomponist gewesen ist, der Opern geschrieben hat.
Die in der Folge bei der französischen Erato entstandene Einspielung unter dem damals als Vivaldi-Spezialisten hoch geschätzten Claudio Scimone war, zusammen mit dem bei Philips herausgebrachten «Tito Manlio» unter Vittorio Negri, eine der ersten Gesamtaufnahmen und ist bis heute im Katalog erhältlich. Über die glättende, stromlinienförmige (durch eine entsprechende Revision des Werks unterstützte) Ästhetik ist die Zeit freilich längst hinweggegangen, und angesichts der Vivaldi-Hausse auf dem CD-Markt war eine Neueinspielung des «Orlando», den Ulrich Schreiber in seinem Opernführer immerhin als Vivaldis gelungenste Oper bezeichnet, überfällig. Im Rahmen seines schon mit etlichen Preisen überschütteten Vivaldi-Projekts hat das kleine Label Opus 111 jetzt diese Bringschuld eingelöst und damit zugleich sinnig an ...
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Frau Jahns, Sie haben bereits Ende der achtziger Jahre in Dresden Schumanns «Liederkreis» auf die Bühne der Kleinen Szene gebracht. Damals war die Idee, Lieder als Mini-Opern zu interpretieren und zu visualisieren, etwas Neues. Was hat Ihr Interesse an szenischen Liederabenden ursprünglich motiviert?
Ich hatte eigentlich schon immer den Wunsch, mich beim Singen zu...
Da hat einer das Teleskop erfunden, um die Sterne der Welt zu ergründen, und ist am Ende seines Lebens blind. «Habe ich zu viel gekniet oder zu wenig», fragt sich Galileo Galilei. Wurde er von Gott gestraft, weil er seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse vor der kirchlichen Inquisition widerrief oder weil er tatsächlich Gott gelästert hat durch seine Einblicke...
Mit seinem ersten Operndirigat im auferstandenen «Teatro La Fenice» huldigte Venedigs Musikchef Marcello Viotti seiner besonderen Leidenschaft: der Pariser «Grand Opéra». Massenets Fünfakter «Le Roi de Lahore», ein seit langem wenig gespielter Klassiker der Gattung, erlebte unter Viotti, der zugleich auch eine kritische Edition der Partitur besorgte, eine...
