Don Quijote auf Speed
An der Wiederentdeckung des Opernkomponisten Antonio Vivaldi hat «Orlando Furioso» gewichtigen Anteil: Die weltweit ausgestrahlte szenische Produktion dieser Oper anlässlich des Vivaldi-Jahres 1978 mit Marilyn Horne in der Titelrolle machte ein breites Publikum erstmalig darauf aufmerksam, dass Händel nicht der einzige Barockkomponist gewesen ist, der Opern geschrieben hat.
Die in der Folge bei der französischen Erato entstandene Einspielung unter dem damals als Vivaldi-Spezialisten hoch geschätzten Claudio Scimone war, zusammen mit dem bei Philips herausgebrachten «Tito Manlio» unter Vittorio Negri, eine der ersten Gesamtaufnahmen und ist bis heute im Katalog erhältlich. Über die glättende, stromlinienförmige (durch eine entsprechende Revision des Werks unterstützte) Ästhetik ist die Zeit freilich längst hinweggegangen, und angesichts der Vivaldi-Hausse auf dem CD-Markt war eine Neueinspielung des «Orlando», den Ulrich Schreiber in seinem Opernführer immerhin als Vivaldis gelungenste Oper bezeichnet, überfällig. Im Rahmen seines schon mit etlichen Preisen überschütteten Vivaldi-Projekts hat das kleine Label Opus 111 jetzt diese Bringschuld eingelöst und damit zugleich sinnig an ...
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«Rinaldo» gehört zu jenen Händel-Opern, die in den letzten Jahren erstaunlich oft auf der Bühne erschienen und von Christopher Hogwood und René Jacobs gleich zweimal hochkarätig eingespielt worden sind. Der ungeschnittene und daher störgeräusch-intensive Mitschnitt einer Aufführung der Göttinger Händel-Festspiele 2004 mit dem Concerto Köln unter Nicholas McGegan...
