Domingos Triumph
Als Cyrano de Bergerac in der gleichnamigen Oper nach Edmond Rostand stellte sich Plácido Domingo an der Metropolitan Opera nun in seiner 121. Rolle vor. Von einem verschollenen Meisterwerk kann dabei keine Rede sein, wohl aber von einer brauchbaren, bisweilen faszinierenden pièce d’occasion für einen romantisch veranlagten Star-Tenor d’un certain âge (lies: 64).
Passagen, die in der Erinnerung haften: Cyranos einsilbige Antworten – zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankend – auf die verkappte Liebeserklärung Roxanes, die schließlich doch nicht ihm gilt; Cyranos pathosgeladene Liebeserklärung an Roxane, die er in der Dämmerung als Sprachrohr des schönen Blödians Christian ablegt; die melancholische Hirtenweise, mittels derer Cyrano seinen Kampfgenossen durch Heimweh den Hunger zu vertreiben sucht. Diese Gelegenheiten nimmt Domingo mit tiefster Anteilnahme und kunstvoll eingesetzten, nach wie vor kraftvollen und farbigen Stimmmitteln wahr.
Alles in allem hat die Partitur indes den Anstrich einer gewissen Verlegenheit. In den mittleren dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts konnte oder wollte ein so geschulter und raffinierter Komponist, wie Alfano es war, in der weit ausholenden, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Toscanini hat ihn ermuntert, die Kollegen Puccini und Mascagni haben ihn gelobt, aber heute wird man den Namen des Komponisten Domenico Alaleona (1881-1928) selbst in einem besseren Opernführer vergebens suchen. Seine Oper «Mirra», mit der er 1913 einen Wettbewerb gewann, die aber erst 1920 in Rom uraufgeführt wurde, verschwand trotz anfänglichen Erfolgs bald in...
Dass Smetanas «Verkaufte Braut» nicht bloß eine buntböhmisch-sentimentale Folkloreangelegenheit ist, sondern eigentlich den ungehobelten Umgang mit dem vermeintlich schwächeren Teil der Menschheit anprangert, der vom vermeintlich stärkeren aufgrund von größeren Muskeln und neun Monaten gesteigerter Empfindlichkeit stets rücksichtslos ausgenützt wurde, haben schon...
Beinahe unter der Hand ist in den letzten Jahren einer der wichtigsten Aufnahmezyklen der Operndiskografie herangewachsen: Die Einspielung der großen Gluck-Opern bei der Archiv Produktion kann sich durchaus mit dem Großprojekt der Aufnahme aller Vivaldi-Opern beim Label Opus 111 messen. In beiden Fällen wird das Qualitätsniveau dadurch gehalten, dass verschiedene...
