Dienst am Menschen
Er war ein Universalist. Ernst Haefliger hat viele Rollen des lyrischen Opernrepertoires gesungen, Oratorien, Messen, Passionen und Kantaten, und er hat seine Arbeit als Dienst für die Lebenden begriffen. Wo und wann immer Uraufführungen angesetzt waren, stand er für Carl Orff, Boris Blacher, Frank Martin, Olivier Messiaen und Aribert Reimann bereit. Noch zu seinem siebzigsten Geburtstag widmete Edison Denissow ihm einen kantaten-ähnlichen Zyklus. Bei der Uraufführung spielte sein Sohn Andreas den Klavierpart.
Als angehender Schulmusiker hatte Haefliger während des Studiums Gesangsunterricht bei Julius Patzak genommen, dessen expressiver Stil ihn ebenso beeindruckt hat wie die belcantische Kunst seines späteren Lehrers Fernando Carpi, dessen Aufnahmen wegen des geschickten Einsatzes der voix mixte von Interesse sind; ein Echo ist in Haefligers Aufnahme des Tenor-Solos aus Rossinis «Stabat Mater» zu vernehmen. Bei der Lehramtsprüfung beeindruckte Haefliger den Dirigenten Volkmar Andreae so sehr, dass dieser ihm die Partie des Evangelisten in Bachs «Matthäus-Passion» anbot. Erst nach einigen Jahren als Konzertsänger stand er erstmals 1949 in der Salzburger Uraufführung von Carl ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Blutrot schießt die virtuelle Gischt in die Höhe, als die Mannschaft des Holländers, kurz vor dem finalen Showdown, ihr «Johohoe!» anstimmt. Vom Winde verweht ist die eben noch von Cheerleadern und reichlich Dosenbier animierte Partylaune der Belegschaft der Fischfabrik Daland & Co. Während das Schicksal in stürmischen Sechzehntel-Wellen über das feiernde...
In den Garten am Hang hinterm Bungalow schüttet der Siegerland-Regen. Reinhard Goebel rutscht auf seinem Biedermeierstuhl herum. «Ich bin kein Opernmensch!», sagt der Mann, der gerade Michael Haydns Salzburger Festoper «Andromeda und Perseus» für die CD und Piccinnis «Catone in Utica» im Nationaltheater Mannheim dirigiert hat. Musikalische Vorlieben, wie sie Goebel...
«Ein Werk ohne Damen», sagt die Dame. Doch bei «Billy Budd», der Männeroper, drehte sich alles um eine Frau. Und um die Frage: Stehen die Hamburger nach dem Reinfall der «Frau ohne Schatten» zu ihrer Pult-Primadonna Simone Young – oder nicht?!
Nun, sie blieben sitzen. Am Ende sogar milder Wind wiedererwachender Zuneigung. Wie viel dunkle Farben, Wärme und Weite...
